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Ökologie – die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts
Interview mit
Professor Gia Kadschaia
Salome Sanikidse
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| Gia Kadschaia |
Die Ökologie ist die Wissenschaft des
20. Jahrhundert geworden. Die ökologischen wurde durch Probleme die
Industrialisierungsprozesse des 20. Jahrhunderts herbeigerufen. Auf die
moderne Technik möchte niemand verzichten, aber mit der Entwicklung der
Technik dürfen wir auch nicht die Eigenschaften der Natur und die
normalen Bedingungen für die Existenz der Organismen vergessen.
Über diese Probleme hat die “Kaukasische Post“ mit dem
Lehrstuhlleiter für Ökologie an der Tbilisser Staatlichen Universität,
Professor Gia Kadschaia, gesprochen. Er ist Autor von mehr als 200
Arbeiten in verschiedenen Sprachen, nahm an mehr als 40 Kongressen und
Konferenzen teil. 1986 wurde er für einen ängeren Aufenthalt die
Universität Saarland eingeladen. 1995 war er Soros-Stipendiat. Er wurde
mit mehreren Preisen und Medaillen ausgezeichnet.
Laut Gia Kadschaia gibt es viele ernste Probleme in der modernen Ökologie.
Einige davon erforden eine gründliche Forschung. Für die Vorbereitung
der entsprechenden Kaderleute und die Erhöhung des ökologischen
Ausbildungsniveaus hält Gia Kadschaia für das Wichtigste bei der Lösung
dieser Probleme. Über die ökologischen Probleme kann man unendlich lange
sprechen, aber für dieses Mal werden wir uns nur mit den Problemen der
Ausbildungsstrukturen im Ökobereich befassen.
Kaukasische Post: Wann wurde die Frage der ökologischen
Ausbildung in Georgien zum ersten Mal gestellt?
Gia Kadschaia: In den 60en Jahren wurde die
Frage der ökologischen Ausbildung sehr scharf gestellt. Es wurde nötig,
ein großmasstäbliches internationales Programm auszuarbeiten. Die
Ausarbeitung dieses Programms haben wir noch in den 70er Jahren
angefangen. Es wird zusammen mit dem speziellen Programm von der UNO
“UNEP“ durchgeführt. Die wichtigste Rolle für die Realisierung
dieses Programms spielte die Konferenz, die den Umweltschutzproblemen im
Bildungsbereich gewidmet wurde. Diese Konferenz fand auf Initiative von
Eduard Schewardnadse 1977 statt. Die dabei verabschiedete “Tbilisser
Deklaration“ umfasste mehrere wichtige Fragen, darunter die
kontinuierliche ökologische Ausbildung, die Ausarbeitung von neuen
Lehrmethoden und die Durchführung des Ökologiefaches in den Hochschulen.
Diese Prinzipien wurden später, im Jahre 1987, die Grundlage für die
Konzeption der “Ständigen Entwicklung“, die die internationale
Komission für Umweltprobleme und Entwicklung verabschiedet hat. Nach den
Prinzipien dieser Konzeption hat die UNESCO bei ihrer letzten Konferenz
das Programm der Entwicklung des Südkaukasus beschlossen. Sie umfasst
Fragen der ökologischen Ausbildung, des Umweltschutzes, des Bereiches der
Telekommunikation, des reichen Spektrums der sozialen und kulturellen
Bereiche. Der Koordinator dieses Programms ist Paata Schewardnadse.
K.P.: Was die Konzeption der “Ständigen
Enwicklung“ beinhaltet?
G.K.: Diese Konzeption wurde im Jahre 1987 von
der “Umweltproblem- und Entwicklungskommission“ ausgearbeitet. Dabei
waren 23 Wissenschaftler, Politiker und bekannte Persönlichkeiten aus 22
Ländern der Welt beteiligt. Diese Konzeption ist folgenderweise
dargestellt: “Die ständige Entwicklung ist der Weg zur ökonomischen
und sozialen Entwicklung, die auf dem stabilen Zustand der Umwelt basiert.
Dieser Weg soll die Forderungen der modernen Gesellschaft beantworten und
gleichzeitig die Perspektive der Entwicklung der zukünftigen Generationen
berücksichtigen“.
K.P.: Wann wurde der ökologische Lehrstuhl in
Georgien gegründet und womit beschäftigt er sich?
G.K.: Das war im Jahre 1984, und dabei wurde
auch die Spezialisierung “Ökologie“ eingeführt. 1996 wurde bei dem
Lehrstuhl ein Wissenschafts- und Forschungslabor für die Ökologie
geschaffen. Vor kurzem wurde ein weiteres Fach “Internationale ökologische
Politik und Rechtswissenschaft“ eingeführt. Die Haupttätigkeit des
Lehrstuhls ist die Bekanntmachung der modernen ökologischen Prinzipien an
die Studenten und Magistraten sowie die Vermittlung der Arbeitsmethoden im
Umweltschutzbereich. Der Lehrstuhl arbeitet eng mit den Botanik- und
Zoologieinstituten der Wissenschaftsakademie Georgiens der GIOC
(internationale Korporation der Erdölleitung Georgiens), dem
Umweltministerium und der Firma “Zenit-Gamma“ zusammen.
K.P.: Außer einigen Ausnahmen wird in den
Schulen Ökologie als Fach nicht gelehrt. Gibt es irgendwelche Lehrbücher
für Mittelschulen?
G.K.: Ich persönlich bin der Vorsitzende des ökologischen
Methodenrats im Ausbildungsministerium Georgiens. Dieser dient vor allem
der ökologischen Ausbildung in den Schulen. Darin sind viele Mitglieder
des Lehrstuhls tätig. Wir veranstalten oft Treffen mit den Lehrern und
besprechen die Fragen der Ökologielehre in den Schulen. 1997 fanden Ökotrainings
für die Lehrer in 11 Regionen Georgiens statt. In dem Jahr erschien auch
ein Schullehrprogramm für das Fach “Die Umwelt und der Mensch“.
Neulich erschien ein Lehrbuch “Die Umwelt und der Mensch“ für die Pädagogen
der Schulen. Die Autoren dieses Buches sind Professor G. Supitaschwili und
ich.
K.P.: Wird Ökologie als Fach ausser an Ihrem
Lehrstuhl an der Tbilisser Staatlichen Universität auch an anderen
Universitäten gelehrt?
G.K.: Ausser dem ökologischen Lehrstuhl an der
Tbilisser Staatlichen Universität gibt es noch 2-3 Lehrstühle, die der
Lehre des Umweltschutztes dienen. Diese gibt an den Tbilisser Technischen
und Pädagogischen Universitäten. Bald wird auch an der Kutaisser
Universität ein entsprechender Lehrstuhl geöffnet. In allen diesen
Hochschulen wird Ökologie nach der jeweiligen Fachrichtung gelehrt.
K.P.: Hat Ihr Lehrstuhl Partner im Ausland?
G.K.: Unser Lehrstuhl hat enge Beziehungen zu
den Wissenschafts- und Forschungsorganisationen der ehemaligen Sowjetländer
sowie mit den jenigen aus anderen Ländern. Es sind das Botanik- und
Zoologieinstitut der Wissenschaftsakademie Russlands, das Hamburger
Epidemiologieinstitut “Nordig“ und die nichtstaatliche
Naturschutzorganisation “Nabu“ aus Deutschland.
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