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Kontaktbüro in Tbilissi „Forschungskooperation"
Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen
Eka Sakalaschwili
Salome Sanikidse
Seit dem 1. Juli 1998 existiert das Kontaktbüro der
AiF „Forschungskoope-ration" (Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen) in Tbilissi. Das Kontaktbüro führt die kleinen
und mittleren Unternehmen und Forschungseinrichtungen von Georgien und
Deutschland zusammen. Sein Ziel ist das Zustandekommen von Wissenschafts-
und Forschungsprojekten, s.g. transnationalen gemeinsamen Projekten.
Das Kontaktbüro hilft bei der Ausarbeitung von gemeinsamen
transnationalen Forschungsprojekten und bei ihrer Verwirklichung. Mit
Hilfe einer speziellen Kontakbörse findet es Partner für diese Projekte
und hilft bei der Kommunikation (Telefon, Fax, E-Mail, sowie sprachliche
Unterstützung), der Finanzierung von kurzfristigen Dienstreisen, von
Veranstaltungen zu Kontaktseminaren und verschiedenen
Informationsveranstaltungen in Deutschland sowie in anderen Ländern.
Für die Zukunft plant die AiF die Arbeit dieses Büros auf die gesamte
Kaukasusregion auszudehnen (Aserbaidschan, Armenien). Das Hauptbüro wird
in Tbilissi sein.
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von
Guericke" e.V. (AiF) ist eine privatwirtschaftlich getragene
Dachorganisation von über hundert branchenorientierten
Forschungsvereinigungen in der Bundesrepublik Deutschland. Als
Selbstverwaltungsorganisation der mittelständischen Wirtschaft sieht sie
ihr Ziel in der Förderung angewandter Forschung und Entwicklung zum
Nutzen kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU). Damit sollen die
Reaktionsfähigkeit dieser Unternehmen auf technologische
Herausforderungen erhöht und Defizite bei der Kooperation sowohl mit
anderen Unternehmen als auch mit Forschungseinrichtungen abgebaut werden.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 ist die AiF auf diesem Gebiet ein
kompetenter Partner des Bundes, um im Rahmen unterschiedlicher
Fördermaßnahmen als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
zu fungieren. Von der Arbeit der AiF und ihrer Mitgliedsvereinigungen
profitiert ein großer Teil der mittelständischen Unternehmen
Deutschlands, die allein kaum Möglichkeiten zu eigenen
Forschungsaktivitäten besitzen. Die AiF und ihre Mitgliedsvereinigungen
leisten durch ihr Engagement im Bereich von Forschung und Entwicklung für
KMU nachweislich einen maßgeblichen Beitrag zu Erhöhung der
Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes als Rückgrat der deutschen
Wirtschaft und damit zur Sicherung des Industriestandortes Deutschland.
Ende Mai fand in Berlin der 8. Innovationstag in Verbindung mit der
Jahresveranstaltung der AiF statt. Zu ihrem Innovationstag lädt die AiF
einmal im Jahr Unternehmen und Forschungsstellen auf das Freigelände
ihrer Geschäftsstelle in Berlin ein, um innovative Produkte und Ideen zu
präsentieren, die über die AiF aus Mitteln des Bundes gefördert wurden.
Der Tag hat zum Ziel, einen Gedankenaustausch mit Vertretern der Politik,
Wissenschaft und Administration zu ermöglichen sowie Kontakte zwischen
den Akteuren im Innovationsprozeß herzustellen.
Unter dem Motto „Wirtschaft trifft Wissenschaft" stand die
Veranstaltung in diesem Jahr ganz im Zeichen des Aktionsprogramms der
Bundesregierung „Wissen schafft Märkte".
Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die über keine oder nur geringe
Forschungskapazitäten verfügen, sind auf eine enge Zusammenarbeit mit
Forschungseinrichtungen angewiesen. Studien belegen, daß zwar 20 bis 40
Prozent aller innovativen KMU mit wissenschaftlichen Einrichtungen
kooperieren wollen, tatsächlich aber weniger als 10 Prozent bislang
geeignete Partner gefunden haben.
Am Innovationstag wollen die Veranstalter deshalb Wege zum erfolgreichen
Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft
aufzeigen, vor allem durch die anwesenden 200 Forschungseinrichtungen und
mittelständischen Unternehmen, die ihre Erfahrungen beim Zustandekommen
erfolgreicher Kooperationen vorstellen und mit hochinnovativen,
marktfähigen Forschungsergebnissen in einer interessanten Ausstellung
belegen.
Als gemeinnütziger eingetragener Verein steht die AiF seit mehr als vier
Jahrzehnten für eine erfolgreiche Förderung von Forschung und
Entwicklung in der mittelständischen Industrie und agiert dabei sowohl
branchenweit als auch firmenspezifisch. Die AiF und ihre
Mitgliedsvereinigungen fördern branchenweit mit Mitteln des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie mit
industriellen Eigenleistungen die vorwettbewerbliche industrielle
Gemeinschaftsforschung, bei der konkurrierende Unternehmen im gemeinsamen
Interesse der Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit kooperieren.
Als Projektträger des BMWi betreut die AiF firmenspezifische
FuE-Förderprogramme für KMU, die sowohl die Projektförderung als auch
die Personalförderung zum Gegenstand haben (PRO INNO und PFO). Für die
Förderung der FuE an Fachhochschulen tritt die AiF im Auftrag des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Landes
Nordrhein-Westfalen (aFuE und TRAFO) als Projektträger ein, weil von
verstärkten Forschungsaktivitäten dieser Einrichtungen vor allem KMU
profitieren. In allen Funktionen engagiert sich die AiF als
Vermittlungsagentur für Partner mittelstandsorientieter
Forschungskooperationen, wobei die nationalen Grenzen zunehmend
überschritten werden. Bereits elf Kontaktbüros der AiF sind im Mittel-
und Osteuropa deutschen KMU bei der Suche von Kooperationspartner für
risikobehaftete innovative Produkt- und Verfahrensentwicklungen
behilflich.
Auf der georgischen Seite gibt es mehr Forschungseinrichtungen, dagegen
von der deutschen Seite mehr Unternehmen. Bisher wurde es noch kein
Projekt verwirklicht. Das Problem liegt hauptsächlich in der Entfernung
beider Länder. In Rußland, in Weißrußland gibt es solche Büros schon
seit 7-8 Jahren und dort wird natürlich mehr unternommen. Die AiF hat
auch ein Projekt, das Personalaustauschprojekt heißt. Vor kurzem war eine
Gruppe aus dem Mathematik-Institut Georgiens in Deutschland und hat dort
bei einem Projekt mitgearbeitet. Hauptsächlich besteht Interesse in den
Bereichen Biotechnologie, Landwirtschaft, Informatik. Für diese Bereiche
interessiert sich die deutsche Seite besonders.
Dieses Jahr haben sich von den osteuropäischen Ländern die Ukraine und
Georgien zum ersten Mal vorgestellt. Aus Georgien haben folgende
Forschungseinrichtungen und Firmen teilgenommen:
Das Durmischidse Institut für Biochemie und Biotechnologie in Tbilissi,
das sich mit der Herstellung pflanzlicher Naturfarben zur Anwendung in der
Lebensmittelindustrie sowie der Produktion löslichen Tees befaßt.
Das Institut für phramazeutische Chemie sucht Partner für den
Erfahrungsaustausch, gemeinsame Produktenentwicklung und Bearbeitung von
FuE-Projekten auf dem Gebiet natürlicher Heilmittel.
Das Institut für Radiologie, das sich mit neuen angewandten
radio-biotechnologischen Methoden sowie der Züchtung neuer
Weintraubenarten und anderer landwirtschaftlicher Kulturen beschäftigt.
Institut für menschliche Fortpflanzung „Prof. Jordania", die
Abteilung klinische Genetik;
Das Institut für Umweltschutz aus Tbilissi;
Das Wissenschaftlich Agrarökologische Zentrum, das sich mit der
Erforschung ökologischer Probleme der Agrarindustrie Georgiens
beschäftigt (Entwicklung energiesparender Technologien für kleine und
mittlere landwirtschaftliche Betriebe zur Senkung des Energieverbrauchs
und synthetischer chemischer Mittel (Pestizide, Dünger)). Die Einrichtung
hat eine mehrstufige Verarbeitungstechnologie für Mais zur Anwendung in
großen, mittleren und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt,
bei der Pflanzenöl, Spiritus, Futter, Biogas und organische Düngemittel
erzeugt werden;
Die Assoziation Jorjeko stellt Ökoprodukte aus Abfällen der Konserven-
und Weinindustrie her und verfügt über patentierte Verfahren zur
Herstellung von Säften, natürlichen, gesundheitsfördernden und
alkoholfreien Getränken, Konzentraten, Gelees und Marmelade ohne
Zuckerzusatz.
Die Laba GmbH aus Tbilissi
Der Verein ELKANA, der auf dem Gebiet pflanzlicher Lebensmittel- und
Textilfarben arbeitet. ELKANA beschäftigt sich des weiteren mit dem Bau
und Betrieb einer Kompostierungs-/ Bioabfallverwertungsanlage (anaerobes
Verfahren) zur Verwertung organischer Bestandteile kommunaler Abfälle
sowie von Abfällen der Tierhaltung als Dünger.
Die Kamara AG, die im Bereich der Erfassung und Verwertung von festen
Abfällen (Kunststoffe, Papier, Glas etc-400 t/Monat) und Altölen
(Regenerierung, sekundäre Verarbeitung bzw. Entsorgung) sowie im Bereich
der Herstellung von Zellulose/PVC- Bauplatten aus Kunststoff- und
Papierabfälle tätig ist.
Die FA Biotechnologie (Behörde des Ministeriums für Landwirtschaft)
arbeitet an der Entwicklung stationärer bzw. tragbarer Meßgeräte zur
Bestimmung von Getreideverunreinigungen mit toxischen, radioaktiven u.a.
Stoffen sowie von Getreideerkrankungen, die sowohl unter Labor- als auch
unter Feldbedingungen zum Einsatz kommen sollen.
Die Naturfarbe AG stellt rote Naturfarbe aus Holunder für die
Nahrungsmittelindustrie (Konditorei- und Likörindustrie) her;
Die SPEZGELIO AG arbeitet auf dem Gebiet landwirtschaftlicher
Biogastechnologien an der Entwicklung einer neuen Biogasanlage. Die
besondere Aufbereitungstechnik ermöglicht die Verwertung sehr
unterschiedlicher Abfallfraktionen;
WETBIOFARM stellt Präparate für die Veterinärmedizin und den
Pflanzenschutz her;
Die BIOFARM AG (am „Research Center for Medical Polymers &
Biomaterials") arbeitet auf dem Gebiet der Verwendung abbaubarer
Biopolymere in der Medizin. Auf Basis natürlicher Aminosäuren und
anderer nichttoxischer Komponenten werden biologisch abbaubare Polymere
hergestellt, die als synthetische Analoge zu Proteinen betrachtet werden
können.
PIGMENT ist ein innovatives Unternehmen, das sich mit der Identifizierung
biologisch aktiver Substanzen (biologisch aktive Lipide, Phytosterine und
Aminosäuren) aus Abfällen der Landwirtschaft und der Holzindustrie
beschäftigt. Daneben hat das Unternehmen einen neuen Radioprotektor
entwickelt, der in Georgien patentiert ist und bereits mit Erfolg in der
Chemie und Strahlentherapie (u.a. zur Behandlung von Krebskranken)
eingesetzt wird.
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