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Klosterkomplex Samtawro
Eter Mesurnischwili
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| Kirche SAMTAWRO |
"Samtawro" heißt georgisch
„Für Mtawari – Großfürst, dem Staatsverwalter bestimmt". Nach
historischen Quellen soll in der Gegend des heutigen Klosterkomplexes, im
nördlichen Randteil von Mzcheta, ein Palast und Hofgarten der Kartlischen
Staatsverwalter (georg. „Erismtawari") gestanden haben. Dieser hat
dem Kloster-komplex seinen Namen gegeben.
Die weitere Geschichte des Klosterbaus
ist nicht bekannt. Hier sollte zu ihrer Zeit die Heilige Nino gelebt
haben. Auch einer der Dreizehn Syrischen Väter, Abibos von Nekressi, ist
hier bestattet worden.
Das Frauenkloster befindet sich im
Zentrum der Stadt Mzcheta, etwa 20 km westlich von Tbilissi. Auf dem
Gelände dieser Anlage befinden sich der Hauptbau, die Heilige -Nino -
Kirche, der Glockenturm, ein Teil von der Schutzmauer, ein Turm und die
später errichteten Wohn- und Dienstbauten.
Der Hauptbau des Klosters ist ein
Kreuzkuppelbau aus gelblich-bräunlichen gut geschliffenen Quadern mit
einem Grundriss von 27 x 23m und hat Anbauten an südlicher, westlicher
und nördlicher Seite. Dem Baustil nach soll das Denkmal in den 30er
Jahren des 11. Jahrhunderts gebaut worden sein. Infolge eines Erdbebens
1283 zerfiel die Kuppel, die jedoch um die Wende des 13.-14. Jahrhunderts
wieder aufgebaut wurde. Ende des 17. Jahrhunderts bis zur 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts wurde das Denkmal von Grund auf restauriert. Trotzdem
kann man an dem Bau den ursprünglichen Gedanken des Baumeisters klar
erkennen. Die letzte komplette Restaurierung erfolgte 1974, als unter
anderem auch der Tambour und das Dach des Klosters gesichert wurden.
Ins Kloster kann man durch den
südlichen Eingang eintreten. Die Kuppel stützt sich auf zwei frei
stehende Pfeiler und den Grat der Altarwände. Die östliche
halbkreisförmige Apsis wird durch eine breite Beme abgeschlossen. Zu
beiden Seiten des Altars befinden sich Eckräume, die durch Durchgänge
mit dem Hauptraum des Baus verbunden sind. Die Altarschranke stammt aus
dem 15. Jahrhundert. In der süd-westlichen Ecke des Klosters liegen die
Gräber des ersten christlichen Königspaars von Kartli, Mirian und Nana.
Das Grabmal wurde im 19. Jahrhundert restauriert. Von den Fenstern des
dreizehnteiligen Kuppeltambours fällt das Licht auf den zentralen Teil
des Innenraums, die Seitenschiffe liegen im Gegensatz dazu etwas im
Schatten.
Im Altarraum und in der Kuppel sind
einige Fragmente der ehemaligen Bemalung erhalten geblieben. Im ersten
Register des Altarraums ist ein Teil eines Sessels, die Füße von
Christus und ein Trittbrett zu sehen. Im zweiten Register sind die Apostel
und der Heilige Paul rechts vom Fenster zu erkennen. An der südlichen
Bemenwand ist die Heilung des Verwundeten dargestellt.
In der Kuppel sind die Fragmente der
Christus - Darstellung erhalten geblieben. Über den Tambourfenstern ist
die Versammlung der Engel dargestellt. Die Fläche zwischen den
Tambourfenstern nehmen die in zwei Registern gemalten Figuren der zwölf
Apostel und Pflanzenmotive ein. Die Heiligen Väter halten Bücher oder
Papierrollen in den Händen.
Die Ausmasse der Kirche sind typisch
für den georgischen Baustil der Kreuzkuppelkirchen des Mittelalters.
Die östliche Fassade ist sehr einfach
und bündig aufgefasst: hier ist das traditionelle Schema der
unzertrennlichen fünf dekorativen Gewölbe dargestellt. Im zentralen und
zugleich dem höchsten Gewölbe ist ein dekoriertes Fenster angebracht.
Das Dekor der Seitenfenster der Fassade und die Kreuzabbildung im Fronton
sind etwas später gemacht.
Die Westfassade auch mit ihren
Gewölben ist fast ohne Ausschmückung. Die Verzierung des Doppelfensters
ist nicht abgeschlossen.
Die Südfassade ist sanft profiliert
und mit in Details bearbeiteten Ornamenten verziert. Im Zentrum der
Fassade wird ein dekoriertes Doppelfenster durch ein grosses geschmücktes
Gewölbe eingefasst. Zu beiden Seiten des zentralen Gewölbes sind die
zwei niedrigeren Gewölbe in Nischen eingeteilt.
Das Doppelfenster der nördlichen
Fassade ist reichlich verziert. Der obere Teil des Fensters schließt die
ganze Komposition ab und vereinigt sie. Das südliche Tor ist gleichartig
mit dem gesamten Bauwerk, das westliche wurde später erbaut, kann aber
heute nicht mehr genutzt werden.
Das an der nördlichen Fassade
angegliederte Seitenschiff soll noch vor dem elften Jahrhundert gebaut
worden sein. Dieser Anbau fügt sich harmonisch in die Gesamtkomposition
des Bauwerks ein.
Die Heilige-Nino-Kirche steht im Hof
östlich vom Hauptbau. Sie ist ein relativ kleiner (6,2 X 3,9 m)
Kuppelbau. Nach historischen Quellen soll die Heilige Nino die ersten drei
Jahre nach ihrer Ankunft in Georgien „heimlich an einem mit
Brombeersträuchern bedeckten Ort gebetet haben". Der damalige König
Kartlis Mirian (4. Jahrhundert) ließ an dieser Stelle eine kleine Kirche
bauen, was auch der von ihm geschriebene Brief „Leben der Heiligen
Nino" bestätigt. Die Kirche wurde später mehrmals restauriert und
umgebaut. Das letzte Mal 1981, als der Boden einen Meter tiefer von Erde
befreit und gereinigt und das Kirchendach neu eingedeckt wurde . Die vom
Grundriss her rechteckige Kirche ist aus Sandstein gebaut. Der
Kuppeltambour ist achtteilig mit vier Fenstern. An den Spitzen der
östlichen, westlichen und nördlichen Fassaden sind aus Ziegelsteinen
gleicharmige Kreuze dargestellt worden. Die Bemalung der Kirche zeigt
Stationen aus dem Leben der Heiligen Nino, aber die Bilddarstellung ist
grob und aus einer späteren Zeitepoche.
Der Glockenturm steht nordwestlich vom
Hauptgebäude etwa 20 m entfernt auf einem Hügel. Er entstammt dem
15.-16. Jahrhundert. Das letzte Mal wurde er 1984 restauriert. Er ist
dreigeschossig, aus gut geschliffenen gelblich-grauen Quadern gebaut. Von
der einstigen Mauer ist nur ein zylinderförmiger Turm an der
südwestlichen Ecke des Hofes erhalten geblieben. Er ist datiert in das
18. Jahrhundert. Die übrige Mauer wurde im 19. Jahrhundert gebaut.
Neben dem Ensemble befindet sich ein
uraltes Gräberfeld von Samtawro. Hier wurden Gräber aus der
Mittelbronzezeit (2. Jahrtausend vor Christus) gefunden. Die neuesten
davon datieren aus dem 7.-8. Jahrhundert nach Christus.
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