Das Erdbeben in Tbilissi

    Am 25. April gegen 23.00 Uhr gab es in Tbilissi ein sehr starkes Erdbeben, dessen Erdstoß der Stärke 6 war. 6 Menschen sind ums Leben gekommen, etwa 20 haben schwere Verletzungen bekommen. In der Altstadt sind viele alte Häuser zerstört. Insgesamt wurden bei dem Beben 2352 Häuser beschädigt, 464 von ihnen so schwer, daß sie in einem sehr schlechten Zustand sind und vermutlich abgerissen werden müssen. 40% der beschädigten Häuser sollen instandgesetzt werden, wie Merab Tschchenkeli, Minister für Städtebau und Stadtplanung Georgiens, bei der Regierungssitzung sagte. 112 Familien (550 Menschen) sind ohne Unterkunft geblieben.
    Am 27. April gegen 10:15 Ortszeit gab es ein Nachbeben mit deutlich geringener Stärke als das Erdeben am 25. April. Der Leiter des seismologischen Observatoriums in Tbilissi, Awtandil Achalbedaschwili, berichtete, das Epizentrum des Bebens lag unter dem Stadtbezirk Nadzaladewi. Insgesamt habe es in der Zeit von 25.-27. April etwa 120 Beben gegeben.
   Wegen seiner geringen Stärke verursachte das neue Beben nicht so viele Schäden an Gebäuden. Einige beschädigte Häuser wurden bei den Nachbeben zerstört.
    Der gesamte Schaden, den das Erdbeben angerichtet hat, liegt nach ersten Schätzungen bei 150 Millionen USD.
    Düster sieht es derzeit für die Schulen aus. Es sind von 419 Schulen 209 nicht mehr nutzbar. In einigen Schulen wird es nicht möglich sein, den Schulbetrieb im September weiterzuführen.

Bei diesem Erdbeben sind in Tbilissi und seiner Umgebung mehr als 100 architektonische Denkmäler beschädigt. Das Kulturministerium erklärte über die Aufhörung aller laufenden Programme, um diese Mittel für die Wiederaufbau der beschädigten Denkmäler zu richten.
    Öffentliche Institutionen bieten den Opfern des Erdbebens einen vorläufigen Unterschlupf. Das Büro des Bürgermeisters von Tbilissi hat damit begonnen, die Einwohner der georgischen Hauptstadt unterzubringen, die bei dem Erdbeben am 25. April ihr Heim verloren haben. Der Bürgermeister von Tbilissi Wano Sodelawa erklärte, daß für von Erdbeben betroffene Familien eine Unterkunft in öffentlichen Gebäuden geschaffen werden soll. Zur weiteren Versorgung der Erdbebenopfer sollen in mehreren Stadtbezirken von Tbilissi Großküchen und medizinische Zentren eröffnet werden.
    Am Tag nach dem Erdbeben hatte Sodelawa Geschäftsleute zu Spenden angerufen. Einige Vertreter dieser Zunft hatten auch großzügige Geldsendungen angekündigt. Das georgische Verteidigungsministerium, die Eisenbahnverwaltung und die Akademie der Wissenschaften haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Inzwischen haben die Eisenbahnbehörde ein Million und die Verwaltung des Hafens von Poti 100.000 Lari an den Fonds zum Wiederaufbau von Tbilissi gespendet. 50.000 USD hat China gespendet, 1,5 Millionen Lari kamen aus dem Fond des Präsidenten.
    In den nächsten Tagen nach dem Erdbeben haben die Leiter vieler Länder ihre Hilfe angeboten.
    Nach Tbilissi ist eine seismologische Delegation aus Armenien gekommen. Die armenischen Seismologen geben eine positive Prognose für die weitere Entwicklung von Erdbeben in Georgien ab. Nach ihrer Ansicht habe die Erdbebenserie mit dem Beben der Stärke 6 auf der Richterskala am 25. April ihren Spitzenwert erreicht. Ihrer Meinung nach sei die häufige Zahl der Nachbeben in den Tagen nach dem großen Ereignis ein positives Zeichen. Sollten dem Hauptbeben kleinere gefolgt sein, so würde dies eher auf ein bevorstehendes, stärkeres Beben hindeuten.
    Nach dem Erdbeben teilte der deutsche Botschafter Uwe Schramm mit, daß Deutschland bereit ist, Georgien nach dem schrecklichen Erdbeben Hilfe zu leisten.
    Wie schon erwähnt wurde, hat der Bürgermeister von Tbilissi zu Spenden angerufen und es wurde eine spezielle Bankkonto für die Liquidierung der Erdbebenfolgen eröffnet:

Nationalbank Georgiens
Empfänger: Die Stadtverwaltung von Tbilissi
„Für die Liquidierung der Erdbebenfolgen"
Kontonummer: 000070087
BLZ 220101107

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