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Das Erdbeben in Tbilissi
Am 25. April gegen 23.00 Uhr gab es in Tbilissi ein
sehr starkes Erdbeben, dessen Erdstoß der Stärke 6 war. 6 Menschen sind
ums Leben gekommen, etwa 20 haben schwere Verletzungen bekommen. In der
Altstadt sind viele alte Häuser zerstört. Insgesamt wurden bei dem Beben
2352 Häuser beschädigt, 464 von ihnen so schwer, daß sie in einem sehr
schlechten Zustand sind und vermutlich abgerissen werden müssen. 40% der
beschädigten Häuser sollen instandgesetzt werden, wie Merab Tschchenkeli,
Minister für Städtebau und Stadtplanung Georgiens, bei der
Regierungssitzung sagte. 112 Familien (550 Menschen) sind ohne Unterkunft
geblieben. Wegen seiner geringen Stärke verursachte das neue Beben nicht so viele Schäden an Gebäuden. Einige beschädigte Häuser wurden bei den Nachbeben zerstört. Der gesamte Schaden, den das Erdbeben angerichtet hat, liegt nach ersten Schätzungen bei 150 Millionen USD. Düster sieht es derzeit für die Schulen aus. Es sind von 419 Schulen 209 nicht mehr nutzbar. In einigen Schulen wird es nicht möglich sein, den Schulbetrieb im September weiterzuführen. Bei diesem Erdbeben sind in Tbilissi und seiner Umgebung mehr als 100
architektonische Denkmäler beschädigt. Das Kulturministerium erklärte
über die Aufhörung aller laufenden Programme, um diese Mittel für die
Wiederaufbau der beschädigten Denkmäler zu richten. Am Tag nach dem Erdbeben hatte Sodelawa Geschäftsleute zu Spenden angerufen. Einige Vertreter dieser Zunft hatten auch großzügige Geldsendungen angekündigt. Das georgische Verteidigungsministerium, die Eisenbahnverwaltung und die Akademie der Wissenschaften haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Inzwischen haben die Eisenbahnbehörde ein Million und die Verwaltung des Hafens von Poti 100.000 Lari an den Fonds zum Wiederaufbau von Tbilissi gespendet. 50.000 USD hat China gespendet, 1,5 Millionen Lari kamen aus dem Fond des Präsidenten. In den nächsten Tagen nach dem Erdbeben haben die Leiter vieler Länder ihre Hilfe angeboten. Nach Tbilissi ist eine seismologische Delegation aus Armenien gekommen. Die armenischen Seismologen geben eine positive Prognose für die weitere Entwicklung von Erdbeben in Georgien ab. Nach ihrer Ansicht habe die Erdbebenserie mit dem Beben der Stärke 6 auf der Richterskala am 25. April ihren Spitzenwert erreicht. Ihrer Meinung nach sei die häufige Zahl der Nachbeben in den Tagen nach dem großen Ereignis ein positives Zeichen. Sollten dem Hauptbeben kleinere gefolgt sein, so würde dies eher auf ein bevorstehendes, stärkeres Beben hindeuten. Nach dem Erdbeben teilte der deutsche Botschafter Uwe Schramm mit, daß Deutschland bereit ist, Georgien nach dem schrecklichen Erdbeben Hilfe zu leisten. Wie schon erwähnt wurde, hat der Bürgermeister von Tbilissi zu Spenden angerufen und es wurde eine spezielle Bankkonto für die Liquidierung der Erdbebenfolgen eröffnet: Nationalbank Georgiens |