Zugrugascheni

Thea Totogaschwili

Zugrugascheni

    Die Kirche Zugrugascheni (12.-13. Jh.) befindet sich in Kwemo Kartli (Niederes Kartli), im Bezirk Bolnissi, und ist etwa 10 Kilometer von der Ortschaft Bolnissi entfernt.
    Die Kirche steht am rechten Ufer des Flußes Pholadauri, gegenüber der bekannten Kirche Bolnissi-Sioni (6. Jahrhundert), wo die älteste georgische Inschrift erhalten geblieben ist.
    In den historischen Quellen ist kein Hinweis auf diesen Bau erhalten geblieben. Nur spärliche Informationen lassen sich den drei Inschriften über den Eingängen der Kirche entnehmen. Ihnen zufolge ist Zugrugascheni zur Regierungszeit des Königs Georg (welcher Georg gemeint ist, besagt die Inschrift nicht. Red.) von Baumeister Hassan, dem Sohn von Arsen, gebaut worden. Ein weiterer Hinweis zu Zugrugascheni findet sich in einem Text des frühen 18. Jahrhunderts von Wachuschti Bagrationi, der "Beschreibung", in dem das Zugrugascheni-Kloster als ein "an einem herrlichen Ort und großartig gebaut, wo aber keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden" beschrieben wird. Die Zugrugascheni-Kirche soll mehrere Jahrhunderte sich selbst überlassen, unbenutzt und unbehütet gewesen sein. In dieser Zeit sind das Dach, die Kuppel und andere bauliche Details zerfallen.
    Aufgrund der künstlerisch-historischen Analyse dieses Baudenkmals wird angenommen, daß die Kirche in der Regierungzeit des Königs Georg IV. Lascha gebaut worden ist.
    Zugrugascheni ist eine Kreuzkuppelkirche. Ihr kleiner Hof ist von einer Mauer umgeben.
    In die Kirche gelangt man über drei Eingänge. Sie befinden sich an der Süd-, West-, und Nordseite, nicht jedoch an der Ostseite. Die nördliche Tür der Kirche führt in den nördlichen Anbau, der später angebaut wurde und als eine Familiengrabstätte dienen sollte. Er ist mit zylinderförmigen Deckenwölbungen versehen und steht auf zwei gleichmäßig starken Gewölben. Die Wände des Anbaus sind aus Kalkstein, das Gewölbe, die Apsis und Pfeiler der westlichen Tür sind aus gemeißeltem Stein gebaut. Nicht erhalten geblieben ist der Fußboden.
    Die Seitenkompartimente des Altars sind zweistöckig, wie es im Mittelalter üblich war. Diese waren durch eine Tür mit dem Altarraum und durch eine weitere mit dem Kirchenschiff verbunden. Neben dem Altar befindet sich das Zimmer des Diakons, sowie andere klerikale Diensträume. In der hohen Kuppel der Kirche befinden sich zehn Fenster.
    Die Anlage der Außenwände der Kirche und deren Farbgebung zeugen vom besonderen Geschmack des Baumeisters. Der Meister kleidete das Denkmal mit verschieden großen gemeißelten Quadern ein, aber er legte sie so, daß dabei unterschiedliche Muster entstanden. Es ist schwierig, an dem Bau zwei gleich große Steine zu finden. Er fängt an den unteren Mauerschichten mit größeren Quadern an und verkleinerte sie nach oben immer mehr.
    Dieses Prinzip findet sich auch in der leider nicht erhalten gebliebenen Farbgebung. Der Meister benutzte hauptsächlich drei Farben: ein warmes Goldgelb, blau und eine nelken- und weinbrandartige Farbe. Letztere wird in der unteren und Blau in der oberen Schicht benutzt, das Gelb bildet den Hintergrund der Fassaden. So bekommt man eine gewisse Abstufung, die dunkleren Farben unten und nach oben hin hellere, die zu den Steingrößen bestens paßt.
    Die farbigen Fassaden werden oben durch einen gelblichen Sims abgeschlossen, der einen Übergang zum Kuppeltambour bildet. Hier wird auf Vielfarbigkeit (Polychromie) verzichtet. Der Tambour ist aus dunkelgelben Stein gebaut und durchgehend dekoriert. In der Sonne schimmert der Tambour golden. So schloß und schließt der Tambour kompositionell wie auch farblich den gesamten Bau ab.

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