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"Ich bin ein Lied in all dem Alten ein
Lied das ich noch nie gesungen habe"
Diese Rolle ist Rezo schchikwischwili
auf den Leib geschrieben
Nino Sologashvili
Am 9.März feierte
der beliebte georgische Schauspieler Reso Tschchikwischwili seinen 45.
Geburtstag. Das Geburtstagkind hat auch diesen Abend den Zuschauern
geschenkt und spielte im Essener Grillo-Theater (Deutschland) das
Monolog-Stück "Der Gitarrenmann" des norwegischen Autors Jon
Fosse.
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Gitarrenmann,
Rezo Tschchikwischwili |
Es ist ein seltsames
Gefühl, den beliebten Schauspieler auf fremdsprachiger Bühne zu sehen.
Die Vorstellungen, die seit der Kinderzeit ziemlich vertraut sind, wandeln
sich, und es muss einige Zeit vergehen, um dieses bekannte Gesicht richtig
wiederzuerkennen.
Es war schon spannend, im kleinen
Studio des Essener Grillo-Theaters auf den "Gitarrenmann" zu
warten. Rezo Tschchikwischwili ist seit 1994 in Deutschland beim
Schauspiel Essen. Leider wird in Georgien wenig über die im Ausland
lebenden Schauspieler berichtet.Und es war auch für mich eine
Überraschung, Rezo auf der deutschen Bühne neu zu entdecken. Warum
spielte er den "Gitarrenmann" ? Hatte er sich verändert? Wie
ist sein Leben heute? Spricht er die deutsche Sprache ohne Akzent? Wo lebt
der richtige Rezo - in Georgien, oder heute in Deutschland..?
Im Studio wurde es langsam dunkel
und bald hörte man die mühevollen Schritte des "Gitarrenmanes".
Er hat seine traurige, gescheiterte Lebensgeschichte erzählt. Der einsame
Gitarrenmann, der in diese Stadt wegen einer Frau kam und wegen des Sohnes
blieb, besaß nur "ein paar Kleider, eine Gitarre und eine Art Stolz,
wenn auch nicht besonders viel aber doch auch Stolz" wenn er eigene
Lieder sang. Er sang vom blauenden Tag, vom müden Tag, von den schönsten
Kleidern, vom kleinsten Wunsch. Er erzählte die Geschichte der Menschen,
die tagaus, tagein an ihm vorbei gingen, bis vielleicht mal einer stehen
blieb und ein paar Münzen in den Gitarrenkasten warf. Er fühlte sich wie
"ein Lied in all dem Alten ein Lied" das er noch nie gesungen
hatte. Er war in seiner eigenen Verzweiflung gefangen und als einzige
Hoffnung blieb ihm das Gottesvertrauen.
Den Monolog begleitete der
Schauspieler mit zarten oder auch mit heftig geschlagenen Akkorden. Die
leisen Töne wurden zu lauten Melodien und es wurde ein melancholisches
Bild geschaffen, in dem "ein müdes Gesicht", "eine
langsame Bewegung", des Gitarremannes lebte und wartete, wartete auf
den Tag an dem er "endlich atmen könnte".
In dieser Rolle versucht
R.Tschchikwischwili über seinen Schmerz zu sprechen. Er hat viele
Gemeinsamkeiten mit dem Gitarrenmann gefunden. "Die Rolle ist mir wie
auf den Leib geschrieben" -sagte er uns beim Treffen im Theater nach
der Aufführung. Als er nach Deutschland kam, musste er die Sprache lernen
um auf der Bühne überhaupt spielen zu können. Dabei hatten ihm viele
neue Freunde und Arbeitskollegen geholfen und heute spricht R.
Tschchikwischwili ein fast akzentfreies Deutsch. Es war auch nicht leicht
für ihn in einer fremden Stadt, sich mit der fremden Kultur und anderen
Traditionen vertraut zu machen, seine eigenen Platz zu finden. Und
natürlich darf man Rezos Beziehungen zu Georgien nicht vergessen. Dort
sind viele seine enge Verwandten, Freunde und Zuschauer, die Rezos Kunst
sehr schätzen. Er vermisst sein Tiflis sehr, und dieses Gefühl
überträgt oft in seinen Liedern. Beim Treffen an diesem Abend hat Rezo
auf dem Klavier das beliebteste Lied "Tbilisso, Msis da vardebis
mchareo" gespielt.
Er sprach im Monolog viel aus dem
Herzen, aber im Gegensatz zum "Gitarrenmann" ist Rezo nicht
verzweifelt. Der Schauspieler hat viele Ideen, die auf Verwirklichung
warten. Viel Erfolg, lieber Rezo.
Es war ein wunderschöner Abend.
Danke.
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