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Editorial
Liebe Leserinnen und Leser vor allem möchten wir Ihnen zum Frühlingsanfang gratulieren. Nach dem schweren, langen und dunklen georgischen Winter haben Sie diese Gratulation wirklich verdient.In letzter Zeit war das Problem des abchasischen Konflikts sehr aktuell. Unser nördlicher Nachbar Russland versucht Georgien bei der Regulierung dieses Koflikts zu helfen, obwohl mehrere Treffen auf hohem Niveau (Treffen der Präsidenten der beiden Staaten, Besuch des georgischen Parlamentsvorsitzenden in Moskau) noch keine Ergebnisse gebracht haben. Welche Rolle Rußland in diesem Konflikt spielt, lesen Sie in dem Artikel von Eka Sakalaschwili "Was sucht Rußland in Abchasien". Über Goethe ist bisher vieles geschrieben worden, aber was wir Ihnen in diesem Heft anbieten, ist etwas wirklich Neues. Im Artikel von Alfred Desalm "Goethes georgischer Brief" erfahren Sie von einem geheimnisvollen Briefwechsel zwischen Goethe und einer georgischen Frau – wir raten aber jedem Leser zu einem kleinen "Augenzwinkern" . Ab und zu veröffentlichen wir Werke georgischer Schriftsteller, übersetzt ins Deutsche. In diesem Heft sind es zwei Erzählungen von Rewas Inanischwili "Schrecken Krähen bei einem Pistolenschuß auf?" und "Der grüne Nebel". Desweiteren finden Sie ein Tagebuch von einem deutschen Ehepaar, Dieter und Gisela Lenzkes, die vor kurzem Georgien besuchten. In ihren Aufzeichnungen beschreiben sie ihre Eindrücke vom Land, georgische Sitten und Traditionen. Einige Traditionen und Sitten der alten Zeit bewundern uns noch heute. Im ostgeorgischen Kaukasus existierte bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein merkwürdiges Phänomen und zugelich eine wichtige Alltagsinstitution, das so genannte "szorfroba-zazloba". Traditionell für Pshawen und Chewsuren, war dies eine Art von spezieller Beziehung zwischen jungen Männern und Frauen. Was verboten und was erlaubt war, erfahren Sie in dem Artikel der Ethnologin Maia Zuraschwili "Traditionelle ‘Beziehungskisten‘ der Pshawen und Chewsuren". Wir hoffen, daß Sie den Inhalt dieser Ausgabe interessant finden und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.
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