|
Am 2. November 2003 finden in Georgien Parlamentswahlen
statt
"Raz mogiva Davitao, sheni arcevanitao!" (Was mit dir wird, entscheidet deine Wahl!) Eter Mesurnischwili
Lautet der Wahlspruch der georgischen Regierung,
aber auch dieser zweideutige Spruch ist heute nicht mehr imstande, die
Georgier erneut von der Wahl der Schewardnadse-Partei zu überzeugen. Die
Einstellung der Wähler ihr gegenüber durchaus nicht dieselbe, die sie
Anfang der 90er Jahre war. Die sozialen (interaktiven) Befragungen durch
georgische Fernsehkanäle zeigen, daß die Gewinnchancen der regierenden
Partei sehr gering sind. Gestiegen ist dagegen die Popularität der
oppositionellen Blocks "Burdschanadse - Demokraten" und
"Nationale Bewegung". Der erste wird von der
Parlamentsvorsitzenden Nino Burdschanadse und der zweite vom ehemaligen
Justizminister Georgiens, Micheil Saakaschwili, geleitet. Allerdings sind
beide Parteiführer ehemalige Mitglieder der Bürgerunion, von der seit
dem vorigen Jahr nichts mehr übrig geblieben ist. Aus dem kleinen
"treuesten" Teil der Schewardnadse-Anhänger, dem Rest der
Bürgerunion, hat der heißeste Verfechter und Ideenfortsetzer von
Schewardnadse, der Gouverneur von Niederkartli, Lewan Mamaladse, den Block
"Für ein neues Georgien" gegründet, in den auch die
Sozialistische und die Nationaldemokratische Partei, die Grünen u.a.
integriert sind. Der Block wurde zur Verstärkung der Schewardnadseschen
Positionen gegründet und unter dieser Losung tritt auch die regierende
Partei bei den Wahlen an. Unbemerkt seitens des georgischen Präsidenten
und seiner Regierung bleiben diese treuen Bemühungen nicht, denn wie sich
der Staatsminister Awtandil Dschorbenadse beim Besuch von Niederkartli in
der vorigen Woche äußerte, wird die Regierung Lewan Mamaladse als
Kandidaten zur Wahl des Parlamentssprechers (Parlamentsvorsitzenden)
aufstellen. So dankbar kann Schewardnadse sein! |