Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

    Nach den Präsidentenwahlen am 4. Januar votierten mehr als 90% der Georgier für den 36-jährigen Michael Saakaschwili.
    Am 25. Januar feierte ganz Georgien seinen Amtsantritt. Tbilissi besuchten an diesem Tag Vertreter der politischen Elite aus mehr als zwanzig Ländern der Welt. Der jüngste Präsident Europas trug in seiner Rede bei der Zeremonie sein Programm vor. Lesen sie dazu den Artikel "Not und Armut – eine Beleidigung des Volkes".
    Aus Anerkennung für die unblutige "Rosenrevolution", mit der seine "nationale Bewegung" nach manipulierten Parlamentswahlen seinen unbeliebten Amtsvorgänger Eduard Schewardnadse stürzte, steht jetzt Saakaschwili unter enormem Erwartungsdruck. Man erwartet von ihm, daß er die im lande herrschende Korruption bekämpft, die zerstörte Wirtschaft ankurbelt, drei abtrünnigen Provinzen wieder in den Staatsverband integriert und den Abzug russischer Truppen aus Georgien erzwingt. Dafür braucht Saakaschwili die Hilfe des Westens. Im Eiltempo umwirbt er ihn: Kaum im Amt, vollzog er drei Besuche in Europa: auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, in Deutschland und in Rußland.
    Am Oktober 2003 wurde in Tbilissi eine neue Deutsch - Georgische Universität eröffnet, die Aufbaustudiengänge in den für Georgien ungewöhnlichen Fachrichtungen, neue Unterrichtsmethoden und ein in Europa anerkanntes Diplom bietet. Wir haben dazu den Rektor der Universität Prof. Dr. Uli Rothfuß interviewt.
    Die schöne Tradition des Weinbrennens wurde in Georgien durch den großen "Unternehmer, Wissenschaftler und Kultur-Mäzen" David Sarajischwili eingeführt. Diese Tradition wird heute auch fortgesetzt. Viel mehr als Unternehmer wird diese große Persönlichkeit als Mäzen der georgischen Kultur und Bildung verehrt. Lesen sie zu seinem Leben und Wohlfahrttätigkeit den Artikel von Isolda Kurdadse.
    Diese und noch vieles Interessantes finden Sie in dieser Januar - Februar Ausgabe, mit der wir Ihnen zugleich zur Ankunft des Frühlings gratulieren möchten, der in Georgien schon zu spüren ist.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Redaktion.