Präsident Saakaschwilis erster Staatsbesuch fand in Berlin statt

Eter Mesurnischwili

Er habe ganz bewusst Deutschland vor den USA und Russland als erstes Land ausgesucht, das er nach seiner Wahl zum Regierungschef besuchen wollte. Das erklärte der neue georgische Präsident Michael Saakaschwili am 30. Januar in Berlin, wo er bei einem zweitägigen Aufenthalt mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundespräsident Johannes rau zusammentraf. Die Bundesrepublik sei in Georgien besonders beliebt, weil die Deutschen sein Land schon 1918 bei der Unabhängigkeit unterstützt hatten.
    Nach der zweiten Unabhängigkeit im Jahr 1992 habe Deutschland wiederum als erstes Land eine Botschaft errichtet. Außerdem hatte Georgien in den vergangenen Jahren ohne die finanzielle Hilfe Deutschlands zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung nicht überleben können. "Für die geplante Annäherung meines Landes an die Standards der Europäischen Union (EU) brauchen wir Unterstützung vor allem aus Deutschland", sagte Saakaschwili in Berlin. Bundeskanzler Schröder sagte zu, in Kürze Fachleute nach Georgien zu entsenden, die dort vor allem das Zollsystem neu aufbauen und bei der Ausbildung von Diplomaten mitwirken sollen. Die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte in Berlin, Georgien stehe „vor der großen Herausforderung, die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern". Die Ministerin erklärte die Bereitschaft der Bundesregierung, Saakaschwili bei seinen Plänen zur Korruptionsbekämpfung zu unterstützen. Bereits seit Dezember ist ein Beauftragter des Entwicklungsministeriums in Tiflis, um die Zusammenarbeit mit Georgien zu verstärken. Kurz darauf stellte das Entwicklungsministerium 12 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung, um die Stromversorgung in Georgien in den Wintermonaten zu verbessern.

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