Die schwierigste politische Mission des georgischen Präsidenten

Am 11. Februar traf Michael Saakaschwili Wladimir Putin in Moskau

Eter Mesurnischwili
Anano Koplatadse

    Am 10. und 11. Februar besuchte Saakaschwili Russland. Die militärische Sicherheit, der Kampf gegen den Terrorismus, gemeinsame Patrouillen an der russisch-georgischen Grenze, die in Georgien gelegenen russischen militärischen Stützpunkte, das Visaregime und die ökonomische Partnerschaft waren die Fragen, die die Präsidenten der zwei benachbarten Staaten unter vier Augen besprochen haben. Diese Visite Saakaschwilis in Russland hatte zum Ziel, die Spannungen in der Beziehung zum großen Nachbarn zu lösen und das gegenseitige Verhältnis möglichst „aufzuwärmen". „Georgien ist für Russland ein wichtiges Partnerland. Wir sind immer bereit, Georgien entgegenzukommen, praktisch in allen Fragen, darunter auch in der Restrukrurisierung der Schulden und in der Frage der Energieversorgung. Als es vor zwei Jahren im Wasserkraftwerk Enguri eine Panne gab, haben wir Georgien Stromlieferungen gewährleistet, obwohl wir selber im Süden des Landes ernsthafte Energieprobleme hatten." erklärte Putin beim Treffen mit Saakaschwili, der im Kreml als „verhandlungsfähiger Politiker" bezeichnet wurde. „In Georgien verfolgen alle meinen Besuch in Russland, Ihre Erklärungen, und die Schritte, die Sie uns gegenüber machen mit Hoffnung. Ich spüre bei jedem Schritt Ihre Gastfreundschaft. Russland ist ein großer Staat. Georgien dagegen ein kleines Land, aber wir haben unsere Interessen, unseren Stolz, unsere Geschichte, die mit Rußland verbunden ist, und ich hoffe, dass alle Fragen gelöst werden. Vielleicht nicht heute, aber allmählich erreichen wir das", sagte Saakaschwili. Einige Details und die Eindrücke des Kremls nach dem Treffen der Präsidenten hat als erster der Administrationsvertreter des russischen Präsidenten, Sergei Prichodko, erläutert. „In der Person von Michael Saakaschwili hat Russland einen verantwortungsvollen Partner gefunden. Die Ergebnisse der Verhandlung lassen uns sagen, daß die russisch-georgischen Beziehungen in eine neue Phase eingetreten sind." Laut Prichodko haben sich die Präsidenten geeinigt, zur Lösung der georgisch-abchasischen Probleme das Abkommen von Sotschi mit neuem Leben zu erfüllen. Auch das Visaregime scheint in der Zukunft zum Gesprächsthema zu werden. Auf Anordnung der beiden Präsidenten sollen drei Arbeitsgruppen ihre Beschäftigung mit diesem Problem fortsetzen. Ausführlich wurden beim Treffen die Fragen des gemeinsamen Kampfes gegen den Terrorismus und die Lage an der russisch-georgischen Grenze erörtert.
    Dieses Treffen war das bislang längste in der jüngsten politischen Geschichte der beiden Länder auf so hoher Ebene. „Das Eis ist getaut." – so hieß es in der russischen Presse. „Von gegenseitigen Ansprüchen sind wir zu einen ruhigen, konstruktiven Gespräch übergegangen. Wir können eine neue Seite in der Geschichte unserer Beziehungen schreiben und das müssen wir unbedingt tun", schrieb in einem Interview der Direktor des Instituts für strategische Forschungen in Moskau, Sergei Osnobischew.
    Der mit Putin „frisch angefreundete" georgische Präsident kam nach einer Vielzahl von Treffen in Moskau in der Nacht zum 12. Februar zufrieden nach Georgien zurück.

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