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Polizei nach neuer Art
Eka Sakalaschwili
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| Die neuen Streifenpolizisten |
Seit dem 14. August dieses Jahres sieht
man auf den Straßen von Tbilissi und in anderen Städten Georgiens die
schönen neuen "Volkswagen"-Autos mit dem Aufschrift
"Police". Auch die Polizisten sind sehr höflich und
freundlicher geworden.
Das ist die neue Streifenpolizei, die am 12. Juli 2004
gegründet wurde. Die georgische Streifenpolizei wurde nach europäischem
und amerikanischem Vorbild geschaffen.
Diese Polizei hat in sich die Aufgaben verschiedenen
Polizeidienste vereinigt: z.B. Verkehrs- und Umwelt-Polizei. Sie
übernimmt auch die allgemeinen normalen Polizeiaufgaben.
Die neuen Mitarbeiter wurden aus dem alten
Polizeidienst übernommen aber auch neu eingestellt. Neben
Einstellungskriterien wie Alter, Verfassungskenntnis und physische
Voraussetzungen war auch das Denken der Bewerber entscheidend.
"Das schnelle und richtige Reagieren in den
verschiedensten Situationen ist für einen Polizisten sehr wichtig. Viele
Bewerber hatten keine juristische Ausbildung, aber trotzdem wurden sie
angenommen, weil sie einfach dieses Kriterium erfüllten. Es war sehr
schwer, mit einigen wenigen Fragen einen Bewerbers richtig einschätzen zu
können. Wie schnell sie die Fragen beantworteten, ob sie eine richtige
Entscheidung unabhängig treffen konnten, das war für uns ein
entscheidender Faktor", erzählte uns der Chef der Streifenpolizei
von Tbilissi, Vizeoberst Surab Mikadse.
Die neuen Polizisten haben einen zweiwöchigen
Intensivkurs absolviert. Das dieser Kurs ausreichend war, kann man an den
positiven Arbeitsergebnissen der Streifenpolizisten erkennen. "Die
Mitarbeiter, die keine Erfahrung mit der Kleinst- oder Schwerkriminalität
hatten, erfüllen ihre Aufgaben nach diesem zweiwöchigen Kurs sehr gut.
Diejenigen, die sich noch weiter spezialisieren möchten, werden von
erfahrenen Mitarbeitern fortgebildet: z. B. Protokolle schreiben und die
Aufnahme von Autounfällen", so Surab Mikadse.
In Tbilissi sind 70 Streifenwagen unterwegs. Täglich
patrouillieren 511 Streifenpolizisten in den 68 Polizeibereichen der
Stadt. Es gibt auch einige Frauen im neuen Polizeidienst, was für
Georgien neu ist.
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| Das Gebäude der Streifenpolizei in Digomi, Tbilissi |
Da die Streifenpolizei jetzt mehrere verschieden
Funktionen zusätzlich bekam, haben sich auch die Rechte der Polizisten
entsprechend verändert. "Wenn wir zum Beispiel ein Vergleich zur
alten Verkehrspolizei ziehen, konnte diese nicht auf Umwelt- oder andere
Kriminalität reagieren. Das ist jetzt aber eine direkte Aufgabe der
Streifenpolizei geworden", so Surab Mikadse.
Die Autofahrer brauchen sich aber wegen der erweiterten
Kompetenzen der Polizisten keine Sorgen machen. Ein Fahrer wird nur in dem
Falle angehalten, wenn er die Straßenverkehrsordnung verletzt. Keine
willkürlichen Kontrollen mehr, kein Hinterhalt, keine geheimen Aktionen
hat die Streifenpolizei von den alten Verkehrspolizei übernommen. Die
Polizeibeamten fahren Patrouille und reagieren nur auf von ihr
festgestellte Verstöße.
Nachdem in Georgien die neue Notrufnummer 022
erreichbar ist, wird die Streifenpolizei oft zu Familien- und
Nachbarschaftsstreitigkeiten gerufen. "Das ist ein Vertrauensbeweis
für uns. Natürlich erreichen uns auch oft Anrufe, bei denen nur
Kleinigkeiten vorgefallen sind - und ein Erscheinen der Polizei eigentlich
nicht notwendig wäre. Die neuen 700 Polizei-Mitarbeiter, die sich jetzt
in der Ausbildung befinden, werden mit der Bevölkerung
Aufklärungsgespräche führen, damit Familien und Nachbarn die kleineren
Probleme in Zukunft möglichst selbst lösen können.", sagte Surab
Mikadse.
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