Die größte Kirche Georgiens

Zum Jahrestag der Rosenrevolution wurde die 
Sameba - Kirche eingeweiht

Maja Kobaidse

Die Sameba-Kirche auf dem Elia-Berg, Foto: E.S.

    In der Geschichte der Sameba-Kirche (Hl. Dreifaltigkeitskirche) wird der 23. November 2004 immer einen besonderen Stellenwert einnehmen: An diesem Tag, dem Tag des Hl Georg, wurden die Kirche nach neunjähriger Bauzeit ihrer Bestimmung übergeben. Gleichzeitig ist es genau ein Jahr her, dass das georgische Volk in der friedlichen Rosenrevolution eine neue Ära in der Geschichte des Landes einleitete. Schon morgens strömten bei sehr schlechtem Wetter die Einwohner Tbilissis zur Sameba-Kirche um den Einweihungsfeierlichkeiten beizuwohnen. Jedoch der Platz im Gebäude war begrenzt. Nicht alle fanden Einlass in das Gebäude und konnten am Gottesdienst teilnehmen. In der Kirche hatten sich die politische, kulturelle und wirtschaftliche Prominenz des Landes eingefunden. Mit dabei waren unter anderen Präsident Michael Saakaschwili, Ex-Präsident Eduard Schewardnadse, Vertreter aller Konfessionen sowie zahlreiche Gäste aus dem Ausland. Ein Geschenk übergab Georgiens First-Lady Sandra Rulos – mehrere Ikonen des Hl. Georg. In seiner Rede zur Eröffnung gratulierte Michael Saakaschwili dem georgischen Volk zum Fest des Hl. Georg – und bedankte sich bei dem Katholikos-Patriarchen Georgiens Ilia II für seinen Einsatz für das Volk und die georgische Kirche. Gleichzeitig grüßte er in ukrainischer Sprache das ukrainische Volk und sicherte ihm die Unterstützung Georgiens bei seinen Reformbestrebungen zu. Er schloss seine Rede mit den Worten: "Gott ist bei uns." Die Feierlichkeiten fanden ihre Fortsetzung aus Anlass des Jahrestages der Rosenrevolution vor dem Parlamentsgebäude. Dort, wo am 9. April 1989 20 Menschen bei einer Friedensdemonstration von russischen Soldaten ermordet wurden, wurde ein Denkmal eingeweiht. Zum Denkmal gehört auch einen Springbrunnen, der nach einer Woche auf Grund der kalten Jahreszeit abgeschaltet wurde.
    Die Sameba-Kirche auf dem Elia-Berg ist die größte Kirche Georgiens. Der gesamte Komplex umfasst ein Gelände von elf Hektar. Die Kirche ist 77 Meter hoch, 70 Meter lang und 64 Meter breit. Das Kreuz hat eine Höhe von 7,5 Metern. Fünf Kirchen befinden sich unterirdisch in bis zu13 Metern Tiefe - vier Kirchen befinden sich oberhalb. Die gesamte Fläche der Sameba-Kirche umfasst 5000 Quadratmeter. Im Turm hängen neun Glocken - die schwerste wiegt 8,5 Tonnen und wurde in Deutschland hergestellt. Der gesamte Komplex umfasst die Kathedrale, Glockenturm, Mönchskloster, Theologische Akademie, ein Hotel, sowie verschiedene weitere Einrichtungen. Zahlreiche Georgier spendeten Geld zum Bau der Kirche. Die Namen der Spender wurden in Fußbodenplatten im Hauptraum für die eingraviert. 

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