Alte und neue Seidenstraße – das Konzept Georgiens bei EXPO 2000

Eka Sakalaschwili

“Seidenstraße – Schlüssel zum Frieden“ – unter diesem Motto stellt sich Georgien bei EXPO 2000 in Hannover vor. Auf einer Seite des Standes, der die Form des lateinischen „S“ (zwei georgische „a“ (a) zusammengebunden) hat, ist eine Satellit-Abbildung der ganzen Seidenstraße von China bis Spanien dargestellt, auf der anderen Seite des Standes kann man die Kultur und Geschichte des Landes mit Fotos kennenlernen.

Diese Schlußausstellung des Jahrhunderts läuft unter dem Motto “Mensch-Technologie-Natur: Entstehung der neuen Welt”. Das Konzept Georgiens „Die neue Seidenstraße“ umfaßt den Ausbau der Verkehrs- und Handelsverbindungen, auch die Stabilisierung der Kaukasus-Region. Dafür arbeiten mehrere Faktoren – das Land ist für ausländische Investoren wirtschaftlich interessant, hier läuft schon eine Pipeline, historisch wohnen hier mehrere ethnische Gruppen, viele Konfessionen existieren seit Jahrhunderten nebeneinander. Bei EXPO 2000 stellt Georgien mehrere Projekte über den Bau einer Ölpipeline, die Modernisierung der Häfen von Poti und Batumi usw. vor.

Im 12-13. Jahrhundert erlebte Georgien, dank der euro-asiatischen Handelswege seine Blütezeit. Das zeigt eine umfassende Sammlung von alten Münzen, Keramiken, Landkarten und Zeichnungen, die innerhalb des Georgien-Pavillons ausgestellt sind.

Die Vorbereitungsarbeiten für EXPO 2000 fingen im September 1999 an. Die General-Kommissarin Georgiens ist Ministerin des ehemahligen Ministeriums für Außenhandelsbeziehungen(seit Mai 2000 wurde dieses Ministerium aufgelöst), Nino Berutschaschwili. Damals hat das Ministerium zusammen mit einer Regierungskommission eine Ausschreibung durchgeführt. Die ausgewählte, fünfköpfige Gruppe wurde beauftragt, diese Arbeit zu organisieren. Bei der Finanzierung der Vorbereitungsarbeiten halfen der Soros-Fond, GTZ und das Entwicklungsprogramm der UNO. Mitte Mai 2000 fuhr eine neunköpfige Delegation nach Hannover.

Bei der Ausstellung funktioniert ein kleines Geschäft, wo verschiedene georgische Exportwaren verkauft werden: Grüner, Schwarzer und Roter Tee, getrocknetes Obst, Gewürze, Adjika, Konfitüren, georgische Weine und Handwerke (Bijioutirie, gestrickte Mützen, Pardagi). Dort  kann man einen extra für diese Ausstellung gedruckten Katalog über Georgien mit dem Titel “Georgien auf der Seidenstraße” und eine kleine Broschüre von Grigol Robakidse(Georgischer Schriftsteller, 20. Jh., Emigrant in Deutschland) “Denkweise der Georgier” beziehen.

Die CUNA Georgica  ist bei EXPO 2000 mit den Waren der Firma CAUCASAN vorgestellt.

 

Stand bei EXPO 2000 / Foto: U. Hirsch

Die Gründung der Firma CAUCASAN als ein weiteres Projekt der CUNA Georgica war ein folgerichtiger und konsequenter Schritt in die Richtung des wichtiges Projektes von CUNA Georgica „Die Verbesserung des Heilpflanzenanbaus und der Heilpflanzennutzung in Georgien”. Diese Firma nutzt von den Assoziationsmitgliedern zur Vermarktung ihrer Produkte im eigenen Land und ermöglicht darüber hinaus vor allem die Öffnung ins Ausland.
Ein Teil der Gewinne der CAUCASAN führen direkt in die Projekte “Die Verbesserung des Heilpflanzenanbaus und der Heilpflanzennutzung in Georgien” und “Förderung alternativer Wirtschaftsformen in ländlichen Bereichen” zurück. Dadurch stellt die CUNA Georgica sicher, daß der ländlichen Bevölkerung besonders im Umfeld des zukünftigen Nationalparks die Möglichkeit einer nachhaltiger Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen geboten wird.


Am 29. August ist der Nationentag Georgiens geplant. Hoffentlich finanziere die Regierung dieses Programm, so der Leiter der Organisationsgruppe, Lekso Topuria. An diesem Tag präsentiert das Land sein Kulturprogramm: Folklore, Jazz, klassische Musik, Tanz, Theater.

 Zur Zeit sind bei EXPO 2000 in Hannover 9 Menschen tätig, die von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends ohne Feiertage arbeiten. Laut Lekso Topuria stimmt die in der georgischen Presse veröffentlichte Nachricht, daß  die georgischen Mitarbeiter bei EXPO 2000 ohne Geld geblieben sind, nicht ganz. Die Regierung hat noch keine laufenden Kosten bezahlt, aber sie werden von ihren Familien und Bekannten unterstützt. Wenn die georgische Regierung in kurzer Zeit das Geld nicht bezahle, dann werde der georgische Stand im August schließen. Auch bei den Vorbereitungsarbeiten hatten sie viele Probleme. Natürlich ist Georgien bei EXPO 2000 nicht so vielseitig vorgestellt worden, wie es theoretisch sein könnte, aber man machte sein Bestes. Ist das gut oder schlecht, sollen die Besucher beurteilen und schnell den georgischen Stand besichtigen, bis er noch in Hannover zu sehen ist.