|
Liebe Leser! In diesem Heft wenden wir uns zum ersten Mal an Sie mit einem Editorial. Auch in Zukunft möchten wir Ihnen immer an dieser Stelle Appetit machen auf die besonders spannenden Geschichten, die in unserem Heft erscheinen. Es ist nicht leicht in Georgien zu recherchieren, viele Geschichten haben ihre eigene interessante Entstehungsgeschichte, die im eigentlichen Heft keinen Platz findet. Unser Editorial möchten wir auch dafür benutzen, diese Nebengeschichten zu erzählen. Es ist heiß in Georgien. Jeder, der die Möglichkeit hat, hat die Haupstadt Tbilissi verlassen und sich in kühlere Regionen gerettet. Das Parlament hat sich von Ende Juni bis September in die Sommerferien verabschiedet, nur die Arbeit in den Kommitees geht weiter. Auf der politischen Bühne ist also nicht viel los, aber mitten in diese sommerliche Ruhe fiel am 9. Juli ein Ereignis, das das ganze Land erschüttert hat: Akaki Eliawa und sein Mitstreiter Gotscha Gwilawa wurden unter mysteriösen Umständen von der Polizei erschossen. Eliawa kam, wie der ehemalige Präsident Georgiens Swiad Gamsachurdia, aus Megrelien. Regierungsvertreter hielten ihn für einen Unruhestifter. In seiner Heimatregion galt Eliawa dagegen vielen als eine Art “Robin Hood”. Unsere neue freie Mitarbeiterin Ketino Schwania kommt aus Imeretien, der Region, wo Eliawa zu Tode gekommen ist. Sie hat den Vorfall recherchiert und beleuchtet in ihrem Artikel die Hintergründe. Es ist heiß in Georgien. Jeder, der die Möglichkeit hat, hat die Hauptstadt Tbilissi verlassen – aber nicht jeder hat die Möglichkeit. In einer Reportage von Eka Sakalaschwili und Eteri Mesurnischwili können Sie erleben, was man an einem schrecklich heißen Sommertag mit über 40 Grad im Schatten in der Stadt machen kann. Es ist heiß in Georgien, es ist zu heiß. In Ostgeorgien, besonders in Kachetien, wo der größte Teil der georgischen Weine produziert wird, sind viele Weingärten wegen der Dürre vertrocknet. Auch viele Felder sind von der Sonne verbrannt, dort hofft man nicht einmal mehr, genügend Saatgut für das kommende Jahr einzufahren. Dazu berichtet der Artikel von Eka Sakalaschwili “Dürre in Kachetien”. Derzeit sorgt die EXPO 2000 in Hannover in Deutschland für Furore. In diesem Jahr nimmt Georgien erstmals als unabhängiger Staat daran teil. Auf der CUNA Seite lesen Sie im Bericht “Alte und neue Seiden–straße” von Eka Sakalschwili, wie sich Georgien und CUNA auf der Weltausstellung präsentieren. Zum Schluss möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen, weil unser Juli-August-Heft so dünn geraten ist. Wie gesagt, es ist zu heiß in Georgien, viele unserer Mitarbeiter sind nicht im Land, aber wir haben unser möglichstes getan. E.M. E.S.
|