„Summer in the city“ Wie kann man die 40 Grad Hitze in Tbilissi überleben Eter Mesurnischwili Es ist
heiß in Georgien und in seiner Hauptstadt Tbilissi. Seit einem Monat zeigt das Thermometer fast 40 Grad jeden Tag und seit knapp einem Monat hat es nicht geregnet. Um ein Uhr am Tage kann man in der Straße lauter errötete, vor
Hitze gequälte Gesichter der Tbilisser beobachten. Wer die Möglichkeit hatte, hat schon längst die Stadt verlassen. Und wer in der Stadt blieb, versucht sich diese hoffnunglose Lage mit allen möglichen Mitteln zu erleichtern.
Manche kühlen sich mit Klimaanlagen oder Ventilators, wenn es aber zufällig kein Strom gibt, dann kann nur eine kalte Dusche helfen. Und wenn es jemanden der Stromausfall im Büro betroffen hat, so fühlt er sich bestimmt wie ein
Fisch auf dem Trocknen.
An relativ kühlen Abenden kann man schön in den Tbilisser Restaurants oder Café-Bars sitzen. Nach statistischen Angaben funktionieren in Tbilissi 229 Restaurants, 232 Café-Bars und 9 Kazbegi-Restaurants. Dort kann man georgische wie auch ausländische Gerichte genießen. Am Wochenende haben die an die Arbeit "gefesselten" Tbilisser mehr Möglichkeiten, sich wieder als Menschen zu fühlen. Die Glücklichen, die ein Auto haben, können aufs Land fahren. Die Unglücklichen, die kein Auto haben und sich auch keins leisten können, fahren mit einer “Marschrutka” (Sammeltaxi, in Tbilissi sehr beliebtes öffentliches Verkehrsmittel, kostet von 30 bis 50 Tetri, ca. 25- 45 Pfennig) zum Tbilisser Meer (Ein künstlicher Stausee, versorgt einen Teil der Stadt mit Trinkwasser) ausserhalb der Stadt. Wenn man sich dem Meer annähert, sieht man schon vom Weiten lasurblaues Wasser. Der meist besuchte Kieselstrand ist über 100 Meter lang. Früher gab es hier auch ein Sanatorium, der heute mit den Flüchtlingen bewohnt wird. Dieses Jahr besuchen das Meer unheimlich viele Menschen, weil sie dafür nichts zahlen müssen. Es sei hier nicht so schwül, wie mitten in der Stadt und es wehe hier ein kühles Lüftchen und man könne hier schön baden, so eine 52jährige Tbilisserin. Mitten im Meer ist ein Restaurant auf dem Wasser mit weißen Tischen und roten Regenschirmen zu sehen. Bis dahin kann man mit einem Kutter fahren, deren Fahrt 5 Lari kostet. Ein teures Vergnügen! Immer hört man den Motorenlärm der Kutter vom Wasserrettungdienst, die manchmal auch die Gäste gegen bestimmte Bezahlung auf das Meer zum Spaziergang mitnehmen.
Vom Strand kann man auch interessante Sachen beobachten. Manchmal schwimmen im Wasser neben den Menschen auch Hunde, oder sogar Wasser- und Zuckermelonen.Wenn man Hunger
hat, kann man direkt am Strand Chatschapuri, Kartoffelbrot, Lebkuchen, verschiedene Getränke, Sonnenblumenkerne, Eis und anderes Zeug kaufen.
Von 19 Schwimmbädern in Tbilissi (vor einigen Jahren lag diese Zahl bei mehr als 50, in ganz Georgien 160) ist “Laguna Were” fast das einzige, das heute immer noch funktioniert. Das Schwimmbad “Laguna Were” feiert am 13. Oktober dieses Jahres seinen 22. Geburtstag. Zur Zeit ist das eine Aktiengesellschaft, wo 100 Leute beschäftigt sind. Laut dem Direktor des Komplexes, Wladimer Goiaschwili, der gleichzeitig der Präsident der Assoziation für Wassersportarten Georgiens ist, sei “Laguna Were” das beste Schwimmbad in der Stadt, auch am besten besucht, deswegen aber vom Steueramt besonders betroffen. Hier gibt es 4 Schwimmbäder, davon 3 offene (20mx25m, 25mx50m, 10mx20m), einen 10 Meter hohen Spingturm, der auch einen Fahrstuhl hat ( er funktioniert heute nicht). Die Gäste können Saunas, Shapping- und Body-buildingsäle, Massagekabinett, Frisiersalon besuchen. Hier kann man auch in einem Bankettsaal Partys veranstalten oder nach dem Schwimmen ruhig im Restaurant sitzen. Das Swimmingpool “Laguna Were” hat eine reiche Geschichte. Während 22 Jahren wurden hier mehrere Wettbewerbe in den Wassersportarten veranstaltet. Zweimal fand hier das Wettbewerb zwischen amerikanischen und sowjetischen Kunstspringern. Mehr als 100 Tausend Kinder haben hier schwimmen gelernt. Je nach dem Service sind auch die Preise unterschiedliche hoch: ein einmaliger Besuch kostet von 3 bis 7 Lari, abhängig von der Tageszeit, die Abonnements kosten von 30 bis 150 Lari, abhängig davon, wie oft man dahin geht. Vor vier Jahren war unser Publikum ganz anders, meistens die Intelligenz, die von ihrem Lohn sich den Besuch des Schwimmbades leisten konnten, so Wladimer Goiaschwili. Das sei damals 90% aller Besucher. Von 30 Lari hohen Lohn kann man an das Schwimmbad heute nicht mehr denken. Heutzutage kommen hierher meistens die Jugendlichen, die das Geld von ihren Eltern bekommen, und sich zeigen wollen. Täglich besuchen „Laguna Were“ durchschnittlich 150-200 Leute, im Juli-August noch weniger: 100-150 Leute. Vor eine Infektion müsse man keine Angst haben. Wie uns der Direktor des Schwimmbades versicherte, werden alle Sanitätsnormen erfüllt. Das Wasser wird zweimal in der Woche mit Chlor desinfiziert, das Territorium und die Kleiderablagen werden dreimal am Tage gereinigt und geputzt. Wenn es kein heißes Wasser gibt, dann hat das Schwimmbad zu. In „Laguna Were“ werden oft auch kulturelle Veranstaltungen gegeben. Vor kurzem hat hier die deutsche Firma „Schwarzkopf &Henkel“ ihr Werbungkonzert vorgestellt. Aber aus der Sicht einer Zuschauerin ist es eine schwere Versuchung, vor dem lasurblaues Wasser zu sitzen und nicht reinspringen zu dürfen.Wenn man hier Bekannte hat, kann man manchmal auch kostenlos reingehen und schwimmen. Immer wieder die georgische Mentalität!
Wer nicht schwimmen kann und keine Sonne mag, kann die Parks von Tbilissi: „Vakis parki“, „Muschtaidis parki“, „Weris bagi“, Botanischen Garten besuchen. Überall gibt es Bänke, wo man im Schatten sitzen kann. Es ist zu heiß in Tbilissi…
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