In unserer letzten Nummer haben wir über die Weltausstellung in Hannover berichtet und über das Konzept des georgischen Standes. Die Journalistin Nino Sologaschwili hat sich den Stand angeschaut und war von dem was sie sah ziemlich enttäuscht.

Eine vertane Chance

Ich besuchte am 2. August den georgischen Pavillon und muss leider feststellen, dass er nicht wirklich die kulturellen Schätze des Landes repräsentiert. Es gibt einen Stand, an dem offenbar verschiedene landestypische Gegenstände vorgestellt werden sollen. Doch dieser Stand ist fast leer. Keine georgischen Volkslieder, keine kirchlichen Gesänge beispielsweise sind zu hören, obwohl diese doch Ausländer immer begeistern. Es gibt auch keine einzige georgische Tracht zu sehen, auch keine georgischen Tänze. Für das georgische Team hätte es doch keine Schwierigkeit sein sollen, so etwas mit Hilfe von Video oder auch Tonaufnahmen nach Hannover zu bringen? Stattdessen eng nebeneinander gequetschte Fotos, die sogar für den georgischen Besucher schwer zu erkennen sind. Der Stand ist nach einer sehr interessanten Idee aufgebaut, die dann aber völlig unverständlich für die Besucher bleibt, die größtenteils die georgische Geschichte nicht kennen und dieses Land bis heute als Teil von Russland wahrnehmen. Das sollte allerdings in Georgien bekannt sein und deswegen sollte man doch mehr dafür tun, Georgien mit seiner langen Geschichte und seiner vielfältigen Kultur im Ausland bekannt zu machen und seine heute immer noch bestehenden Ressourcen hervorzuheben, die dann vielleicht auch Investoren anziehen könnten.

Die Weltausstellung in Hannover gab Georgien eine reale Chance, seine zukünftige Entwicklung aus neuer Sicht darzustellen. Leider hat unser Land diese Chance nicht oder nur zum Teil genutzt. Die Kosten für den georgischen Stand hat die deutsche Regierung übernommen und auch bei der Planung waren deutsche Designers wesentlich beteiligt. Doch was hat die georgische Seite dafür getan, das die Welt Georgien auf Expo 2000 kennen lernt?