| Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Traurig sind viele, denn die Welt des georgischen Tanzes hat am 5. September ihre ‚Prinzessin’ Nino Ramischwili verloren. Die Primaballerina wurde im ganzen Land geliebt und geehrt. Zusammen mit ihrem ebenso tanzbesessenen Mann Iliko Suchischwili hat sie eine legendäre Tanzgruppe gegründet, die beiden haben den georgischen Volkstanz wiederbelebt und mit neuen Formen bereichert. Sie haben die harte und grausame „Stalinzeit" erlebt und überlebt und in vieler Hinsicht mag einem die Geschichte von Nino Ramischwili wahrhaft märchenhaft erscheinen. Über ihr Leben und Wirken berichtet der Nachruf von Mari Mtschedlidse „Wie langweilig ist das Leben für die, die nicht tanzen". Besorgt war der neue Justizminister Michael Saakaschwili nach seiner Rundreise durch die georgischen Gefängnisse über die dortigen Zustände. Der erste Oktober hatte dem Präsidenten und seinen Leuten einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Zwölf „Swiadisten" waren aus dem Gefängniskrankenhaus entkommen, einige von ihnen saßen ein, weil man sie eines Attentatsversuchs auf den Präsidenten verdächtigte, vor allem der ehemalige Finanzminister Guram Absandse. Schewardnadse sah nach seinen eigenen Worten in diesem Ausbruch einen erneuten Versuch eines Anschlages, überhaupt sind die georgischen Medien derzeit voll von Unkennrufen, dass sich die innenpolitische Lage bald destabilisieren werde. Nach zwölf Tagen wurden sechs der Ausbrecher wieder in Haft genommen. In Folge dieses Ereignisses nahm der Justizminister seinen Hut, sein Nachfolger ist Michael Saakaschwili. Hintergründe dazu auf Seite 4. Froh wäre man in Georgien, wenn endlich das leidige Stromproblem erledigt wäre. Doch dem ist nicht so und deshalb sind wir der Frage nachgegangen, wie es denn nun wird im Winter. Für das amerikanische Unternehmen AES, das in Tbilisi den Strom verteilt, wird dieser zweite Winter seit der Privatisierung sicher eine harte Bewährungsprobe, denn wenn es keinen Strom gibt, werden die Leute als allererstes AES Vorwürfe machen. Natürlich ist die Lage aber viel komplizierter, und die Möglichkeiten von AES sind beschränkt. Wie das funktioniert mit dem Strom und warum es merkwürdig ist, dass der Energieminister dem Winter so optimistisch entgegen sieht, erklärt Julia Jacoby in dem Artikel „Mehr Strom im Winter?" Wenn der Strom abgestellt wird, dann steht bei uns der Computer still und es wird auf einmal sehr kalt in der Redaktion – und auch zuhause. Solche Umstände erschweren das Arbeiten ungemein. Wir hoffen daher, dass es trotz aller widrigen Umstände in diesem Winter mehr Strom gibt als im vergangenen Jahr, damit Sie die Winternummern pünktlich und umfangreich zu lesen bekommen.
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