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Die Ausstellung der Künstlerin Dali Chatschapuridse: Das Malen half ihr die Tragödie ihres Lebens überzustehen Anna Heil
Es ist warm und voller Leute in der Galerie in der Tbilisser Altstadt. Hier ist heute die Ausstellung von Dali Chatschapuridse. Der kleine gemütliche Raum hängt voll von ihren Bildern, grosse, kleine; mal auf Seide, mal auf Leinen gemalt. Wir schauen uns nach der Künstlerin um, sie ist im Gewühl schwer zu entdecken. Doch schliesslich kommt sie auf uns zu, eine energische, ältere Dame. Sie könnte sich jetzt kurz Zeit für ein Interview nehmen, erklärt sie hastig. Dali Chatschapuridse fing erst mit 62 Jahren an zu malen. Davor hatte die studierte Chemikerin zwar schon immer eine Leidenschaft fürs Malen gehabt, aber keine Zeit, ihr Hobby richtig auszuüben. Der Job und die Familie bestimmten ihren Tagesplan, erklärt sie. So blieb das Malen lange Zeit nur Nebenbeschäftigung. Es sei auch sehr schwer, sich als Künstlerin im Lande zu behaupten und ernst genommen zu werden, fügt sie hinzu. Doch sie gab nicht auf, obwohl das Desinteresse der Leute oft sehr deprimierend für sie war.
Als sie vor Jahren ihren Sohn bei einem Autounfall verlor, half ihr das Malen, ihre Gefühle über diesen Vorfall auszudrücken und zu verarbeiten. Sie beschloss, tiefer auf ihr Hobby einzugehen, und malte täglich. Mit der Anzahl der Bilder, die sie schuf, konnte sie in den letzten zwei Jahren schon sechs Ausstellungen bereichern. Aber leider keine Internationalen, bedauert sie. Dazu habe sich einfach noch keine Gelegenheit geboten. Aber es sei eines ihrer grossen Ziele und motiviere sie, noch besser zu werden, schliesst sie den Satz.
Auch Handarbeiten sind in der heutigen Vernissage zu sehen, sehr schöne Filzschuhe in allen Farbvariationen. Die wären jetzt sogar wieder "en Mode", erläutert die Künstlerin. Schon früher, als sie noch jung war, hätte sie Handarbeiten verrichtet und zu ihren Kleidern die passenden Schuhe genäht. In was für einer Technik würde sie denn eigentlich generell malen, fragen wir. Frau Dali überlegt. Teilweise Batik, erklärt sie dann. Viele ihrer Bilder habe sie mit der Batiktechnik angefertigt . Auf jeden Fall male sie immer auf Stoffen, wie Seide oder Leinen. Die Besucher der Ausstellung drängen sich um das kleine Buffet, welches in der Mitte des Raumes aufgebaut wurde. Wir werfen noch einen letzten Blick auf die vielen Bilder, Lampenschirme und Filzschuhe, verabschieden uns und verlassen langsamen Schrittes die kleine Galerie in der Altstadt. |