|
Tendenzen des georgischen Stummfilms Dr. Dinara Maglakelidse Seit der Vorführung der ersten Kinosujets im Tbilisser Fürstenpalast am 16. November 1896 wurde das neue Medium der bewegten Bilder in Georgien mit großem Interesse aufgenommen, als ein Medium, das sich die Möglichkeit gesamtkunstwerklich auszudrücken einräumte In den ersten zehn Jahren des letztes Jahrhunderts entstanden in den Städten Tbilissi und Kutaisi mehrere stationäre Kinos. Die Vielfältigkeit der Natur und günstiges warmes Klima zogen ausländische und russische Produzenten nach Georgien. So gründeten in den 10er - Jahren die Filmgesellschaften Pathe und Filma ihre Filialen in Tbilissi. Zu dieser zeit wurden in Georgien hauptsächlich Dokumentarfilme, die die Schönheit der Berglandschaften, exotische Volksfeste und Bräuche der Völker des Kaukasus darstellten, gedreht und gezeigt. Der erste georgische Filmemacher Alexandre Digmelaschwili (Digmelow) begann als Filmvorführer. 1904 richtete er in Tbilissi ein eigenes Filmatelier ein, in dem er seine Dokomentationen "Der botanische Garten von Tbilissi", "Mzchetafest", "Mineralwasser von Bordjomi", "Die wilde Bärenjagd", "Die ersten Frühlingsrennen in Tiflis" und die Sujets vom Leben der Hochadligen u.ä. "Die Jagd auf Hirsche und Eber" entwickelte und vorführte. Ab 1918 arbeitete Digmelaschwili hauptsächlich als Kameramann zusammen mit dem Besitzer des Kino "Apolo", Gegelia und mit dem belgischen Produzenten Pironais, unter der Regie des aus Russland kommenden Regisseurs Barsky, in dessen neu gegründetem Atelier meistens Unterhaltungsfilme, Serien und Kurzfilme hergestellt wurden. Der in Kutaisi arbeitende andere georgische Filmemacher Wasil Amaschukeli drehte Dokumentationen und Kurzfilme, "Spaziergang am Strand", "Die Landschaften einer Stadt", "Das Jubiläum von Lado Meschischwili" u. a. 1912 entstand sein abendfüllender Dokumentarfilm "Die Reise Akaki Zereteli nach Ratscha - Letschchumi". (1200 m. geblieben sind 550 m). Für sein Projekt, die Reise des populären Dichters Zereteli zu dokumentieren, begeisterte Amaschukeli einen Produzenten, der ihm das neueste Modell einer Kamera schenkte. Der Regisseur schuf einen Dokumentarfilm mit gestellten Szenen, der die reise des Zereteli und seine Begegnungen mit den Bewohnern von Ratscha - Letschchumi beschreibt. Amaschukeli Drehte nicht nur den Ablauf der Reise, Feierlichkeit zum 70. Geburtstag des Dichters, sondern das Sujet seines Filmes bilden auch die Landschaften der Bergregionen Ratscha - Letschchumi und die Bewohner der dortigen kleinen Städte und Dörfer. Amaschukeli dokumentiert die reise Akaki Zereteli gestaltend. Der erste georgische Spielfilm "Christine" 1916 ist von einem Schüler von Stanislawski, dem Theaterregisseur Alexandre Zuzunawa, gedreht, Zuzunava verfaßte das Drehbuch nach einem Roman des sozialkritischen Schriftstellers Egnate Ninoschwili aus dem 29. Jahrhundert. Die Kostüme für den Film machte der angesehene Maler der damaligen Zeit Dimitri Schewardnadse, gefördert wurde der erste georgische Spielfilm vom Militärhistoriker und Filmschaffenden Simon Esadse. Die Dreharbeiten des fünfteiligen Films "Christine" fanden in der westgeorgischen Provinz Gurien und in Tbilissi statt. Theaterregisseur Zuzunawa lud für seinen Spielfilm die populären Schauspieler des dramatischen Theaters ein, unter Zuzunawas Regie wurden jedoch nur drei Teile des Films gedreht. Wegen eines neuen Auftrags am Theater unterbrach Zuzunawa die Dreharbeiten. Die nachfolgenden Teile des Films wurden von einem anderen Regisseuer Germane Gogotidse gedreht. "Christine" erzählte vom Leben einer Bauerntochter, die sich wegen einer unglücklichen Liebe zu einem Adligen umzubringen versucht, dann Elternhaus und uneheliches Kind verläßt und in die Großstadt fährt, in der sie noch unglücklicher wird. Die auf das Sujet eines traditionellen Melodrams angesiedelte Erzählweise verstärkt Regisseur Zuzunawa mit sozialkritischen Noten und versucht seinem ersten Spielfilm einen ausdruckstarken kinematografischen Charakter zu verleihen, dreht an Originalschauplätzen, benutzt Nahaufnahmen, schenkt eine große Aufmerksamkeit der Darstellung des Alltags. In der Jahren 1918 - 1921, der Zeit der Unabhängigkeit Geoirgiens wurde das Land zu einem Zentrum der Avantgarde, viele aus Russland vor der Revolution geflüchteten Künstler fanden ihre Zuflucht im Land, unter anderen auch die Filmregisseure des vorrevolutionären Russischen Films wie der Italiener Iwane Perestieni und der Aserbeidschaner Amo Bek - Nasarow. Die sozial - demokratische Regierung des Landes plante einen Zyklus von epischen Filme, die Den revolutionären Kampf in Georgien gegen den Zarismus darstellen sollte. Die Dreharbeiten für den ersten Film dieses Zyklus "Die Ermordung des General Griasnow" wurden 1920 angefangen, das Drehbuch für den filmen schrieben Schalwa Dadiani und Iwane Perestieni, der auch Regie führte, Digmelaschwili arbeitete als Kameramann. Auch nach der Okkupation Georgiens durch die Rote Armee im Februar des Jahres 1921 wurden die Dreharbeiten fortgesetzt. Der Film kam im Oktober 1921 heraus und ging in die Geschichte des georgischen Films als erster georgisch - sowjetischer Film unter dem Namen "Arsen Dschordschiaschwili" ein. Der Film beschrieb die Ereignisse der Revolution von 1905 und die Ermordung eines zaristischen Generals durch den georgischen Revolutionär Arsen Dschordschiascwili. Trotz einer gewissen künstlerischen Unvollkommenheit des Films, wie Naivität bei der Darstellung der politischen Ereignisse, theatralische Manier der Schauspieler, hatte der Film einen beträchtlichen Erfolg in der Sowjetunion, welcher hauptsächlich der verdienst des Kameramannes Digmelaschwili war. Der Film war unter außerordentlich schwierigen Produktionsbedingungen gedreht worden, mit einer hölzernen Pathe - Kamera. Nach der Sowjetisierung des Landes wurde die Ausstattung des Studios verbessert, das technische und künstlerische Personal wurde erweitert. Das sowjetische Kommissariat für Nationalitätenfrage und sein Kommissar Josef Stalin, schenkten dem Film noch vor der Einführung der Neuen, Ökonomischen Politik (NEP) und der Durchführung der sowjetischen Filmpolitik in den Republiken eine außerordentlich große Aufmerksamkeit, denn, nach den Worten Lenins: Von allen Künsten solle der Film die wichtigste sein. Dem Film wurde in der Sowjetunion der gleiche Rang wie den anderen Künsten eingeräumt. Die schon bestehenden Nationalen Filmstudios in den nicht russischen Staaten wurden erweitert und neu eingerichtet. Die erste Hälfte der 20er- Jahren ist im georgischen film eine Epoche der Literaturverfilmungen und der Genrefilme gewesen. Iwane Perstiani drehte 1923 "Die roten Teufelchen" nach einer Erzählung des russischen Schriftstellers Pawel Bljachin noch einen sogenannten Revolutionsfilm, der in der Ukreine während des Bürgerkrieges spielt und von dem Kampf der Ersten Reiterarmee Budjonnys mit den Widerstandsgruppen des ukrainischen Atamans Machno handelt. Ganz im Geist der sowjetischen Revolutionsfilme zeigte Perestians Film die Heldentaten von drei ukrainischen Jugendlichen im Bürgerkrieg, die auf die Seite der Roten gegen den Ataman Machno kämpfen. Perestiani verknüpfte die konfentionelle Erzählweise eines Abenteuerfilms mit der Expressivität des sowjetischen Revolutionsfilms der 20er- Jahre. Nach der Sowjetisierung Georgiens richtete der Chef der Drehbuchabteilung des Filmwesens bei dem Bildungskommissariat, der Schriftsteller Grigol Robakidse, die Aufmerksamkeit der Filmregisseur auf die georgische Literatur und überzeugte den nicht georgischstämmigen Regisseuren Iwane Perestiani sowie Amo Bek - Nasarow und Iwan Barsky von dem kinematografischen und visuellen Charakter dieser Literatur. 1922 und 1923 wurden im georgischen Filmstudio zwei Verfilmungen nach den Werken des Schriftstellers Alexandre Kasbegi produziert. "Der Schäfer" 1922 unter der Regie von Iwan Barsky mit Alexandre Digmelaschwili als Kameramann und "Vatermord" (Am Schandpfahl) 1923, dessen Regie Amo Bek - Nasarov führte. In Bek - Nasarows Film machte ihr Debüt der bezaubernde Star des georgischen Stummfilms Nata Watschnadse. Beide Filme neigen zum falschen Romantismus und Exotik und stellen sich übrigens nur als eine stark oberflächige, nur illustrative und melodramatische Interpretation der werke von Alexandre Kasbegi dar, Tragik und Tiefe dieser werken bleiben den Filmen unerreichbar. 1925 produzierte Perestiani seinen größten Kassenerfolg, den Film "Drei Leben", eine Verfilmung nach der Erzählung von Giorgi Zereteli. Vor dem Hintergrund eines melodramatischen Sujets wurde im Film das soziale Leben Georgiens des XIX Jahrhunderts, Aufbruch des kapitalistischen Verhältnissen im patriarchalischen Leistung der Nata Watschnadse, dem erfolgreichsten Filmstar des georgischen Stummfilms, verbunden. In den 20er Jahre kehrte Alexandre Zuzunawa, der Regisseur des ersten georgischen Spielfilms, zum Filmgeschäft zurück und führte Regie für den Film "Wer hat Schuld?" 1925, dessen Drehbuch er selber schrieb. 1926 drehte Zuzunawa die erste georgische Komödie "Chanuma". Der Film stellt eine Adaptation eines Theaterstückes von Awxenti Zagareli dar. In den 20er Jahren widmete sich wie Zuzunawa auch andere berühmter Theaterregissuer, der Begründer des modernen Theaters in Georgien Konstantine Mardschanischwili, dem Film. 1924 - 1029 führte Konsrantine Mardschanischwili Regie für die Filme - "Vor dem Sturm", "Das Gesetz und der Pflicht", "Amok" (Amokläufer) nach der Erzählung von Stephan Zweig, "Die Stiefmutter von Samanischwili" und "Die Pfeife eines Kommissars". Jedoch verschärft Mardschanischwili, zeitgemäss der Stimmung, in seiner Verfilmung die satirische Note, und in den Vordergrund bringt er die Klassenauseinandersetzung. Mardschanischwilis Film fehlt Kldiaschwilischs Mitleidsgefühl gegenüber seiner verarmten Protagonisten, der imeretischen Adligen. Mardschanischwili entfernt sich in diesem Film von seiner Erfahrung als Theaterregisseur und sucht nach neuen visuellen Ausdruckmitteln, das Spiel der Schauspieler wirkt deshalb glaubwürdig. Alexandre Zuzunawa und Mardschanischwili zählen zu den jungen Regisseuren des georgischen Stummfilms, die in der zweiten Hälfte der 20er Jahre ihre Regiedebüts gaben, unter andern mit dem Dichter Nikolos Schengelaja, dem Kameramann Michael Kalatasischwili (in der internationalen Filmgeschichte bekannt als Kalatosow) und dem Schauspieler Konstatine Mikaberidse. Zu dieser Generation gehört auch der Bildhauer, Maler und Schauspieler Michael Tschiaureli, ein Schüler von Iwane Perestiani und Freund von Wladimir Majakowski, der später zu Stalins Lieblingsregisseur wurde. Nikolos Schengelaja hatte seine Filmkarriere als Drehbuchautor angefangen, er schrieb das Drehbuch für Mardschanischwilis "Stifmutter von Samanischwili", dann drehte er mit Michael Kalatosischwili als Kameramann "Giuli" (1926), ein Film der von einer tragischen Liebe zwischen einer junge tscherkesischen Frau und einem Georgier handelt. Die Moslem - Frau wird wegen der Liebe zu einem Christen von religiösen Stammleuten bitter herausgefordert. Schengelajas bekannter Film "Eliso" (1928), nach der Erzählung von Alexandre Kasbegi, präsentiert die tragischen Ereignisse aus den 60er Jahren des XIX. Jahrhunderts, als die Tschetschenen, um das Voranschreiten der Russifizierungspolitik im Nordkaukasus zu ermöglichen, vom zaristischen Rußland zwangsläufig in die Türkei umgesiedelt wurden. In einem friedlichen Dorf von Tschetschenen, Werdi, gelingt es den Kosaken, die das Dorf für sich wünschen, durch eine Provokation d.h. durch eine gefälschte Petition die Umsiedlung der Urbewohner zu erreichen. Jedoch bekommen die Kosaken nur ein niedergebranntes Dorf zu sehen, weil die Tochter des Dorfältesten, Eliso, es vor der Umsiedlung in Brand steckte. Vor dem Hintergrund dieser Geschichte wird im Film eine ähnliche Liebesgeschichte wie im ersten Film Schengelajas erzählt, eine zukunftslose Liebe zwischen Eliso und dem Georgier Wajia. Auch diese Liebe hat ein dramatisches Ende. Eliso verläßt ihre große Liebe Wajia und geht zusammen mit den vertriebenen Stammesleuten in die Türkei. Im Unterschied zu Kasbegis Erzählung stellt Schengelaja mit seinem Film die Kolonisierungspolitik des zaristischen Rußlands im Nordkaukasus dar und porträtiert die Verzweiflung und Verbitterung eines Volkes, das seine Verzweiflung zu dämpfen weiß. Schengelajas "Eliso" ist durch der Versuch des Regisseurs nach neuen, rein kinematographischen Ausdrucksmöglichkeiten gekennzeichnet. Besonders interessant macht seinen Film der poetische Montagerrythmus. Der ehemalige futuristische Dichter Schengelaja montierte seinen Film nach dem Rhythmus einer Trompete, auf der er selber Tanzmusik spielte. Die Montage des Films, kurze, schnelle Kamerafahrten, entfernten sich vom herkömmlichen traditionellen georgischen Stummfilm, der sich überwiegend durch lange Einstellungen charakterisierte. Schengelaja gilt in der Geschichte des georgischen Films als Begründer der romantischen Traditionen des heimischen Films. Sein "Die sechsundzwanzig Kommissare" (1923) gewidmet einem zeithistorischen Thema, dem Bürgerkrieg in Baku, ist zwar ein Revolutionsfilm, entspricht aber kaum den Mustern des gängigen sowjetischen Agitator - Films. Der Aufstieg des georgischen Stummfilms in der zweiten Hälfte der 20er Jahre ist neben Nikolos Schengelaja auch mit den Namen von Konstantine Mikaberidse und Michael Kalatosischwili verbunden. Konstantine Mikaberidse realisierte seinen Debütfilm "Meine Großmutter" im Jahr 1929. Mikaberidses satirische Komödie beschreibt den Alltag eines sowjetischen Trustes, in dem man sich am liebsten mit sich selbst beschäftigt. Der Geschäftsführer schreibt Liebesbriefe an eine Stenotypistin. Als die Frau ihm die kalte Schulter zeigt und die Beziehung zwischen beiden nicht zustande kommt, erschießt er sich selbst. Gleich beginnt der Kampf um die Stelle des Geschäftsführers. Man erscheint mit einer Aktentasche, ein Stapel Empfehlungsbriefe ermöglicht dem neuen Mann die Stelle des Geschäftsführers zu besetzen. Auch der Stellvertreter des Trustes versucht, sich Empfehlungsschreiben bei anderen sehr wichtigen Behörden zu besorgen. Seine Lebensgefährtin und sein Kind wollen von ihm, dass er eine Großmutter aufsucht, d.h. Beziehungen mit wichtigen Genossen knüpft. Mit harter Satire beschreibt Mikaberidse den immer wieder zunehmenden Bürokratismus als ein in sich ruhendes, geschlossenes System in der sowjetisch-georgischen Gesellschaft der 20er Jahre. Der Film wurde verboten und ist erst seit den 60er Jahren freigegeben. 1930 drehte Michael Kalatosischwili seinen 60 Minuten langen Dokumentarfilm "Salz für Swanetien". Kalatosischwilis Film beschreibt das Leben der westgeorgischen Bergbewohner von Swanetien. Durch eine Bergkette vom Rest des Landes abgeschnitten, führen die Swanen ihr patriarchalisches Leben. Die Bedingungen sind hart, ständig leiden die Swanen, durch den Mangel an Salz, an Krankheiten. Die Geburt eines Kindes ist ein Fluch, beim Tod wird ein Trauerfest gegeben. Um die Modernisierung Swanetiens aufzuzeigen, den Bau einer Straße, einer Autobahn, die Swanetien mit anderen Orten verbinden wird, stellen Kalatosischwili und sein Drehbuchautor Sergej Tretiakow teilweise die Bräuche dar, die in Swanetien niemals aufgegeben wurden. Der Schluß des Filmes, in dem die Hilfe des Sowjetlandes gezeigt wird, wirkt im Geist der Zeit plakativ, propagandistisch und aufklärerisch. Durch seine expressive Bildsprache, die assoziative Montage und die Verwendung einer surrealistischen Erzählweise bei der Darstellung des Lebens der Swanen und Beschreibung der jahrhundertealten Bräuche, gehört Kalatosischwilis Films trotzdem zu den Klassikern des sowjetischen Dokumentarfilms. In den späten 20er Jahren wird "Die Kulturrevolution" zum Hauptthema des georgischen Films. Michael Tschiaureli, David Rodneli, Siko Dolidse, Michael Gelowani und andere junge Regisseure des georgischen Films beschäftigen sich mit diesem Thema. Michael Gelowanis "Junge Eroberer" (1929) spielt in Adscharien und beschreibt die Gebräuche und alten Sitte dieser westgeorgischen Stämme. Michael Tschiaureli drehte 1929 Saba, in dem vor dem Hintergrund einer ziemlich melodramatischen Geschichte harte Kritik gegen Zecherei und Ausschweifungen als Zeichen von Männlichkeit präsentiert wurde. In seinem 1931 realisierten Film "Chabarda" greift Tschiaureli mit satirischer Erzählweise die Adligen und Intelektuellen an, die den Sozialismus als Unrecht der Geschichte betrachten und sich als Behüter der nationalen Traditionen verstanden. Die Stummfilmzeit ging in Georgien mit den Komödien von Siko Palawandischwili "Schuschunas Mitgift" und von Giorgi Makarow "Auf Bald" (1934) zu Ende. Palawandischwilis Film erzählt von einem Dieb, der zum Chef des kollektivierten Gestüts wird und aus Liebe zu den Pferden das Kollektiveigentum vor sich selbst und vor seinem alten Komplizen bewacht. Giorgi Makarow, ein Schauspieler des vorrevolutionären Films und ehemaliger Assistent von Iwane Perestiani, beschreibt in seiner Komödie die Ereignisse aus dem Leben eines georgischen Bolschewiken, Toma Tschubinidse, und wirft einen komischen Blick in das Alltagsleben der Georgier um die Jahrhundertwende. Im Jahr 1934 ist im georgischen Film endgültig der Übergang des Stummfilms zum Tonfilm vollendet worden. |