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Freischaffender Künstler und Maler Oleg Timtschenko: Stets der persönlichen Linie folgen... Die kaukasische Post führte ein Interview mit Oleg Timtschenko, freischaffender Künstler und Maler aus Tbilissi K. P: Herr Timtschenko, aus ihrem Namen schließt man keine georgische Herkunft. Wann und wo sind Sie geboren? Oleg Timtschenko: Ich bin am 25 Dezember 1957 in Tbilissi geboren. Aber mein Vater kommt aus Weißrussland und meine Mutter aus St. Petersburg. Meine Eltern lernten sich in Sochumi kennen, als mein Vater auf einer archäologischen Exkursion den Kaukasus besuchte. Sie entschieden sich zu bleiben. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, Georgien ist meine Heimat. K. P: Wann haben Sie angefangen zu malen?
O. T : Ich fing schon im Kindergarten an zu malen. Jedes Kind kann malen, aber den Leuten gefielen meine Bilder damals schon sehr gut, und ich bekam sogar kleine Preise dafür. K P: War der Beruf des Malers schon immer Ihr Wunsch? O. T : Ich hatte eigentlich nie vor, von Beruf Maler zu werden. Ich interessierte mich vielmehr für Dramaturgie und Kinokunst. Malen war eher ein Hobby, das ich in meiner Freizeit ausübte. Aber es war einfach ein Teil von mir. Als ich die Schule abgeschlossen hatte, musste ich mich für einen Beruf entscheiden. Ohne lange zu überlegen fing ich sofort bei der Kunstakademie an. Meine Innere Stimme sagte mir, dass dies das Richtige wäre. Ich habe sie dann auch 1982 beendet. K. P: Hatten Sie schon viele Ausstellungen? O. T : Ja , meine erste war schon kurz nach Abschluss der Kunstakademie, 1985, in Telawi. Damals hatte ich mich mit ein paar Malern zusammengefunden, und wir ernannten ein gemeinsames Motto für die Ausstellung: Nostalgie. Gia Bugadze, der jetzige Rektor der Kunstakademie, organisierte dann diese Ausstellung mit uns. Meine erste "ernste" Ausstellung war dann 1986 hier in Tbilissi, in Karwasla. K. P: Konnten Sie auch schon international ihre Bilder ausstellen? O. T : Ende der 80er Jahre hatte ich meine erste internationale Ausstellung in Westberlin. Ich hatte dafür keine Sponsoren, und die Erlaubnis, die Ausstellung im Ausland durchführen zu können, war sehr schwer zu bekommen. Wir waren damals fünf Maler mit einem gemeinsamen Motto in unseren Bildern. Doch wir schafften es die Ausstellung zu organisieren und die Leute wurden aufmerksam auf uns. So organisierten wir auch Ausstellungen in Ostdeutschland, Paris und London. K. P: Warum leben Sie immer noch hier in Georgien? Sie hatten doch sicher viele Möglichkeiten, Ihre Karriere im Ausland fortzusetzen? O. T : Meine Oma wohnt in Schwerin und bot mir an, zu ihr zu kommen und
zu bleiben. Ich fühle mich jedoch sehr stark mit Georgien verbunden und hatte nie das Bedürfnis, im Ausland zu leben. Auch wenn ich jetzt dort mehr verdienen und besser leben könnte, würde ich es nicht machen. Eine Heimat zu haben bedeutet mir einfach sehr viel. K. P : Zu welcher Kategorie von Maler würden sie sich einstufen? O. T : Ich kann mich nicht in einer bestimmten Kategorie einordnen. Ich bin kein Stilist, ich male keine abstrakte Kunst. Aber ich folge meiner Linie. Diese zieht sich durch alle möglichen Gebiete der Kunst. Zum Beispiel fotografiere ich auch. Die Leute denken oft nicht, dass diese Fotografien auch von mir sind. Aber wie schon erwähnt, bleibe ich trotz diesen Abweichungen meiner Linie treu. K. P: Haben Sie bestimmte Pläne für die Zukunft? O. T : Ja, ich fahre jetzt bald nach Indien. Es ist jedoch keine Reise für eine Ausstellung, sondern ich suche dort nach Inspiration. Indien hat mich schon immer fasziniert, das Land, die Kultur, die Farben. Ich bin mir sicher dass ich dort finden werde, was ich für meine nächste Ausstellung suche. Es soll eine völlig andere Richtung von Kunst werden, eine ganz andere Ausstellung, Eindrücke einer anderen Welt. K. P: Wir wünschen Ihnen alles Gute und bedanken uns für das Gespräch. |